The Movements / Like Elephants 2
Like Elephants 2 Spielzeit: 37:09
Medium: CD
Label: Crusher Records, 2014
Stil: Psychedelic Rock

Review vom 24.02.2014


Markus Kerren
Naja, ich musste ja nun wirklich kein großer Prophet sein, um in meinem letzten The Movements-Review (zu Like Elephants 1) zu orakeln, dass da mindestens noch ein weiterer Teil kommen wird. Und siehe da, genau dieser - logischerweise "Like Elephants 2" betitelt - liegt nun vor. Noch nicht einmal vier Monate hat es also bis zur Fortsetzung dieser Geschichte gedauert, was aber natürlich auch Sinn macht, da so die Erinnerung (falls die Scheibe nicht sowieso Stammgast in eurem Player ist) immer noch frisch ist. Spannend natürlich die Frage, ob der zweite Part die vom Vorgänger geschürten Erwartungen erfüllen kann.
Diesbezüglich kann ich allerdings gleich Entwarnung geben. Die neue Scheibe setzt haargenau dort an (bzw. macht dort weiter), wo die vorherige aufgehört hat. Auch hier gibt es durchgängig allerfeinsten Psychedelic Pop und -Rock auf die Ohren. So ausgeklügelt und wie aus einem Guss sich die beiden Teile anhören, darf natürlich davon ausgegangen werden, dass sie zeitgleich und an einem Stück aufgenommen wurden. Gestartet wird die Platte mit dem leicht melancholischen "Six Feet Under", bei dem die prägenden Melodien vor allem vom Gesang und dem Keyboard kommen.
Sehr atmosphärisch und von Sechziger-Feeling umgeben dann auch "Stolen Love", das einerseits mit einer flockigen Unbeschwertheit daherkommt, andererseits aber auch wieder über ein gewisses Maß an Schwermut verfügt. Erneut gehen sowohl The Byrds als auch The Doors bzgl. des Sounds als Inspirationen Hand in Hand, während David Henrikssons Vocals einen ganz eigenen Touch haben. Es fällt schwer, aus den vielen starken Stücken Highlights herauszuheben, aber mein erstes persönliches hört auf den Namen "Give It To Me". Wie eine Dampfwalze aus Fuzz-Gitarre und hämmernden Drums rollt diese Nummer zunächst auf den Hörer zu, bis sich der Refrain in einer Gesangsmelodie entlädt, die selbst den Fab Four Ende der Sechziger gut zu Gesicht gestanden hätte.
Ebenfalls ganz oben in meiner Gunst steht "Redemption", das mich aufgrund der Gesangsmelodie und des Feelings an die Hannoveraner Jane zu deren Zeit in den Siebzigern erinnert. 'Schwere' Gitarrenakkorde, schwermütiger Gesang während der Strophen und dann ein richtig starker Refrain, der sich sehr schnell in die Gehörgänge einbrennt. Dazu kommt, dass hier auch noch eine wunderschöne und tieftraurige Pedal Steel-Gitarre zum Einsatz kommt, die von (dem einzigen Gast) Anna Branhede beigesteuert wurde. Ganz große Klasse und mit ebenso hohem Ohrwurmfaktor versehen wie das bereits angesprochene "Give It To Me".
So richtig aufs Gaspedal gedrückt wird dann bei "Yesterday, Now And Forever", das während seiner gut zweieinhalbminütigen Laufzeit die zuvor dagewesene Melancholie geradezu mit aller Macht wegzurocken gedenkt. Feiner Space Rock wird dann so ca. ab Minute Zwei bei "Winter's Calling" präsentiert. Zunächst noch etwas verhalten, aber im weiteren Verlauf immer offensiver und angriffslustiger. Beendet wird die Scheibe mit dem ruhigen und etwas reumütigen "What Would Happen If I Tried", das wohl erneut den alten Spruch »Man bereut immer nur das, was man NICHT getan hat!« bestätigt.
Letztendlich möchte ich euch nicht nur das hier vorgestellte Album ans Herz legen, sondern sogar unbedingt empfehlen, euch gleich beide Parts zu besorgen. Die gehören logischerweise nicht nur zusammen, sondern sind auch durch die Bank qualitativ hochwertiger Psychedelic Pop/Rock, mit dem man (wenn man auch nur ansatzweise etwas mit diesem Genre anzufangen weiß) sprichwörtlich überhaupt nichts falsch machen kann. Spätestens nach dem dritten oder vierten Durchlauf entfalten die Songs ihre volle Wirkung und drohen mit hohem Suchtfaktor.
Sind The Movements mittlerweile überhaupt noch ein Geheimtipp? Vollkommen egal, denn eines sind sie ganz sicher: Ein ganz dicker Tipp an alle, die die Schweden bisher noch gar nicht auf der Rechnung hatten!
Line-up:
David Henriksson (lead vocals)
Gustaf Gimstedt (keyboards, background vocals)
Christian Johansson (guitars, background vocals)
Daniel Petersson (bass)
Thomas Widholm (drums)

Mit:
Anna Branhede (pedal steel - #7)
Tracklist
01:Six Feet Under
02:Stolen Love
03:Icecold
04:Give It To Me
05:Everybody Needs Something
06:Paus
07:Redemption
08:Yesterday, Now And Forever
09:Like Elephants 2
10:Winter's Calling
11:What Would Happen If I Tried
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