Nitrovolt / Dirty Wings
Dirty Wings Spielzeit: 31:39
Medium: CD
Label: Mausoleum Records, 2015
Stil: Heavy Rock, Punk Rock

Review vom 15.03.2015


Markus Kerren
Fast genau zwei Jahre hat es gedauert, bis die Heavy-Rocker von Nitrovolt nun mit "Dirty Wings" ihr brandneues Studioalbum vorlegen. Zwei Jahre, in denen es erwartungsgemäß viele Live-Auftritte, aber auch wieder einen Wechsel im Line-up zu verzeichnen gab. So ist Smokey bzw. Nitro Smokey mittlerweile nicht mehr dabei und Ulas hat seinen Platz hinter der Schießbude eingenommen. Zu den häufigen Drummer-Wechseln in einem ansonsten stabilen Line-up meinte Bassist Louis übrigens scherzhaft: »Wir spielen halt so verdammt schnell... ich glaube wir powern sie mit der Zeit einfach aus!«
Oh ja, in diesem Satz steckt übrigens nicht nur ein kleines Stückchen Wahrheit. Denn Nitrovolt zucken auch bei "Dirty Wings" nicht mal mit einer einzigen Wimper, wenn es um die Kompromisslosigkeit, die Härte, den Speed und die Attitüde ihres Sounds geht. Ich hatte fast schon vergessen, WIE brachial und radikal das Quartett zu Werke geht... dabei liegt das Review zu Pänzer ja nun wirklich noch keine Ewigkeit zurück. Der Opener "N/V" ist eine Hymne der Band an... sich selbst. Ulas macht an den Drums umgehend Eindruck, die Gitarren riffen auf Teufel komm' raus und der Gesang von Tom ist so aggressiv und angriffslustig wie eh und je.
Die Mischung, die diese deutsche Band am Start hat, ist schon richtig geil. Da paart sich Heavy Rock mit einer gesunden Portion Speed, der Punk Rock bzw. seine Einflüsse sind zu keinem Zeitpunkt weg zu diskutieren und hier wie da sind immer auch noch ein paar Brocken Hard Rock (inklusive cooler Twin Leads) auszumachen. Das kommt frisch und heftig, trifft genau zwischen die Lichter und lässt nichts als verbrannte Erde zurück. Oder, um es anders zu sagen: "Dirty Wings" sollte man aufgrund seiner Urgewalt tatsächlich auch nur dann anhören, wenn man dazu in der Stimmung ist. Denn ansonsten werden Tracks der Marke "Killer On Your Back (Reprise)" den geplanten Tagesablauf ganz gehörig in Schieflage bringen.
Als ich mir das RockTimes-Review zu "Pänzer" beim Genuss der neuen Scheibe noch einmal zu Gemüte führte, hatte ich das Gefühl, dieses im Prinzip kopieren und auch für "Dirty Wings" noch einmal verwenden zu können. Was natürlich unfair wäre, selbst wenn alle dort festgehaltenen Aussagen auch auf die 13 neuen Tracks zutreffen. Mit dem Unterschied, dass sich Nitrovolt bezüglich Tightness und Songwriting gefühlt nochmal ein gutes Stück verbessert bzw. in die richtige Richtung bewegt hat.
Eines gilt nach wie vor ganz sicher: Diese Jungs haben musikalisch richtig was drauf! Denn obwohl sich die Tempi stets im Ultraschall-Bereich befinden, ist nicht nur die spielerische Klasse unüberhörbar, sondern auch das Songwriting ist alles andere als von schlechten Eltern. Die Songs - die selten mal über die Drei-Minuten-Marke kommen und kein einziges Mal eine vier vor dem Doppelpunkt stehen haben - sind kurz und knackig, kommen ohne große Umschweife sowie zielsicher auf den Punkt.
Mit "Dirty Wings" legt Nitrovolt erneut ein qualitativ hochwertiges Brett sowie eine fett grinsende Einladung zum Rübeschütteln vor. Midtempo-Tracks oder gar noch langsameres Material wird man hier nicht finden. Und genau das ist auch der Grund, warum die eigentlich äußerst magere Spielzeit von nicht einmal 32 Minuten kein Kritikpunkt ist. Wenn diese Scheibe einmal durchgelaufen ist und man dazu beherzt abgezappelt hat, dürften erst mal alle Frustrationen und Aggressionen des Tages aus den Gliedern geschüttelt sein.
Der so sehr 'geliebte' Nacken-Muskelkater ist jedenfalls garantiert!
Line-up:
Tom (guitars, vocals)
Tim (guitars)
Louis (bass)
Ulas (drums)
Tracklist
01:N/V
02:Takes Too Long
03:Dirty Wings
04:Hold On The Trace
05:Killer In Your Back (Reprise)
06:Zeke Saturday
07:Stuck
08:Target
09:Backfire
10:Lick It Up
11:Runnin' The Race
12:The Wolf
13:Drugs
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