Wurde das Album Cyanide Skies noch mit einer anderen Ryhthmusfraktion eingespielt, ist auf dem Neuling der Finnen nun endlich die neue Hintermannschaft aktiv. Phoenix Effect hat zehn frische Machwerke auf die knapp vierzigminütige CD gepackt und die sind allemal hörenswert.
Durch "Black Art" wird der Hörer gleich mit einem hochgradig knackigen Rocker und Gitarrenbergen, die vom Sonnenschein beleuchtet werden, empfangen. Mit ausgereiftem Songwriting und geschulten Händen für das Arrangement kommt das Quartett, dieses Mal ohne Gäste, richtig kräftig tönend aus den Startlöchern. Gefühlt ist der Track länger, als es die vier Minuten ausdrücken können. Schon zu Beginn merkt man, dass die Plattenproduktion aus den Händen der Band und Markus Captain' Kaarlonen amtlich ist, und die Power der Gruppe perfekt reflektiert. Gute Breaks und würzige Rhythmuswechsel sind nur ein Markenzeichen des Vierers.
Die beiden Riff-Künstler Janne Kärkkäinen und Lauri Hämäläinen lassen ihre Gitarren an der langen Leine und die mit tollen Chorussen begleiteten Refrains haben oft einen nicht übertriebenen hymnischen Charakter. So etwas verleitet zum schnellen Mitsingen. "Euphoria" hat klasse groovende Abschnitte und mit E-Gitarrensoli wird auch nicht gespart. Anton Laurilas Drumming ist sehr melodisch und die zusätzlichen Akzente durch das Aneinanderschlagen der Sticks gibt "Killing The Afterglow" eine feine Würze.
Hatte ich etwas von Groove geschrieben? Der Anfang von "A Light To Guide" ist es und dann erhält man die Fußwippenaktionen mit anderer Rhythmik. Dieser Song könnte für Phoenix Effect glatt zu einem Hit werden. Fette Gitarren im treibenden Part und fast besinnlich, wenn man immer wieder anders gestaltete Intermezzi einschiebt. Toll! Der rockende Zug rollt nun langsam in den Bahnhof. "Babylon" erweist sich als eine Ballade mit einem Schuss Power obendrauf. Oh Mann, dieser Gesang ist hier erste Güte! Der Vierer kann sich auch zusammenreißen und bleibt über die Spielzeit des Tracks in erwähntem Fahrwasser. Rock kombiniert mit Pop ... klasse!
Nach dem kurzen Halt gibt man dann wieder mächtig Gas und das ist jetzt ein ausgetüfteltes Labyrinth an Klängen aus der härteren Fraktion. Diese höchst melodischen Wechsel haben Qualität und dann schwimmt Bassist Hämäläinen mit seinen trockenen Tieftönen an der Songoberfläche. Wie immer es Phoenix Effect hinbekommt: Die Gruppe kann auch mit ungewöhnlichen Klängen als kleine Beigaben brillieren. Sie sind perfekt im herausprügeln des Korns aus dem Getreide. "Mask Of Sanity" ist schon wieder ein Überding mit proggigen Anteilen bei den Gitarren.
"Into Flame" ist eine klassische Powerballade, wie sie im imaginären Buch des guten Rock auf Seite siebenundachtzig beschrieben wird. Mit stets neuen Ideen hält man den musikalischen Kreisel in Rotation und man kann sich nicht satthören an den Refrains. Auf der Zielgeraden sind "Sugarcoated Illusions" sowie "Stand Your Ground" beste Hinhörer in einem Song-Paket, das kaum überzeugender sein kann.
Die Anhänger des Rocks der härteren Gangart mit feinen Balladen-Verzierungen sollten unbedingt ein, nein, beide Ohren riskieren und sich mit dieser Platte von Phoenix Effect anfreunden. Schwer macht es einem die Band nicht. Kompositionen mit Qualität gibt es genug und der Ohrwurm ist beim Hören herzlich willkommen. Die Finnen haben einen würdigen Nachfolger für "Cyanide Skies" aufgelegt und man wird den weiteren Weg der Gruppe ernsthaft verfolgen müssen. In diesem Sinn ...
Line-up:
Janne Kärkkäinen (guitar, vocals)
Pyry Nikkila (guitar)
Lauri Hämäläinen (bass, vocals)
Anton Laurila (drums)
Tracklist |
01:Black Art (4:10)
02:Euphoria (4:11)
03:Killing The Afterglow (3:11)
04:A Light To Guide (4:15)
05:Babylon (4:24)
06:All 4 Nothing 4 All (3:29)
07:Mask Of Sanity (3:23)
08:Into Flame (4:47)
09:Sugarcoated Illusions (3:34)
10:Stand Your Ground (3:59)
|
|
Externe Links:
|