The Quireboys sind nicht zu alt für den Rock'n'Roll. Neunundzwanzig Jahre hat die Band um den Sänger Spike schon hinter sich gelassen und immer noch ist die Band das Aushängeschild für die verteufelt gute Art, die Fahne des Genres kräftig durch den Wind wehen zu lassen. Es gibt wohl kaum eine Gruppe, die sich selbst so treu geblieben ist, wie The Quireboys. Dabei kann man wohl auch ihre Fans gleich mit den Kreis aufnehmen. Entweder man mag sie, oder eben nicht. Dazwischen existiert nicht viel Raum für Diskussionen.
Nach Homewreckers & Heartbreakers (2008) hat es etwas gedauert, bis das nächste Studioalbum auf dem Schreibtisch lag. Dennoch hat sich so viel nicht geändert. Die Combo hat im Studio die Kraft der zwei Herzen, denn ein wenig Zwölftakter schwingt ja ebenfalls mit. Spike & Co. haben zwischen ihrem Power-Rock'n'Roll auch einige feine Balladen platziert und dafür gleich die akustische Gitarre geschultert. Aber keine Sorge, der Band geht bestimmt nicht die Puste aus. Da scheinen noch viele Reserven zu schlummern.
Der Opener "Too Much Of A Good Thing" ist so etwas wie die Standortbestimmung der vorliegenden Platte. Die ersten Töne kommen vom Schlagzeuger Simon Hanson ( Death In Vegas, Squeeze). Dann die ersten scharfen Gitarrenriffs, Keith Weir rundet die Einleitung ab und schließlich ist man von der Auffahrt schon mitten auf dem Highway des Rock'n'Roll.
Über Spikes Stimme muss man wohl kaum noch Worte verlieren. Der hat es von sehr rau bis zum Reibeisenpulver in der Lightversion (in den Balladen) immer noch voll drauf. Das Gitarrensolo wird zum Hochtontester und schon sind die ersten vier Minuten höchst kurzweilig vergangen.
Jeder weiß, wie die Quireboys rocken können und wenn sie dabei zum Beispiel mal zu den Rolling Stones rüberschauen ("Diamonds And Dirty Stones"), nimmt man es der Gruppe nicht krumm. Viel mehr packen die Quireboys für "Chain Smokin'" ihren Groove aus und der Chorgesang kommt genauso gut, wie Spike solo. Schön, wie Keith Weir für klasse Keyboardfills sorgt. Die Tracks werden mit tollen Gitarrensoli aufgeladen.
Auch 2013 bringen The Quireboys den brodelnden Rock'n'Roll so richtig nach dem Geschmack des Hörers unter das Fan-Volk. Oh, wie schön ... "Mother Mary" sorgt für Abkühlung vor den Lautsprechern. Die akustische sowie E-Gitarre sind echte Freunde in dieser Nummer und die Keyboards sind auf Piano eingestellt. In dieser fast fünfminütigen Entschleunigungsphase zeigt Spike sein gesangliches Gesicht mit etwas weicheren Zügen. Klar, seine Stimme ist ein Markenzeichen von The Quireboys.
"Beautiful Curse" klingt frisch, ohne viel Schnickschnack geht es stetig geradeaus. Auch diese Platte ist eine Vollbedienung, wie man sie von der britischen Band her kennt. Dabei ist sie in den Jahren schon zu einem Synonym für das Genre geworden. Bei den hochoktantigen Tracks ist "Homewreckers And Heartbreakers" auf der Poleposition. Nicht nur, weil hier eine vollmundige Slidegitarre am Start ist. Der Keyboarder und Schlagzeuger kreieren einen ganz besonderen Groove und das abgebremste Zwischenspiel ist toll gesetzt. Das Titelstück "Beautiful Curse" dürfte aus meiner Sicht auf zukünftigen Konzerten die neue Mitsing-/-klatsch-Hymne werden. Wunderschön ... eine weitere Ballade namens "Don't Fight It" kommt auf den Hörer zu. Überzeugend, wie The Quireboys auch in der ruhigeren Gangart voll punkten können. Da gibt man sich ein anderes Outfit.
Man wäre wohl sauer, wenn ein Song wie "For Crying Out Loud" im Rock'n'Roll-Zirkus der Gruppe fehlen würde. Vehement rockt und rollt es nach Chuck Berry-Art. Nur zur Verdeutlichung, in welche Richtung das Gitarrenriffing geht.
The Quireboys' "Beautiful Curse" ist wieder ein gelungenes Album, bei dem es die Band fast fünfzig Minuten krachen lässt. Qualität kommt nicht von ungefähr. Die zwölf Tracks sind mit allem ausgestattet, was in diesem Genre für Spaß sorgt.
Line-up:
Spike (vocals)
Guy Griffin (guitars, bass, backing vocals)
Paul Guerin (guitars, bass, backing vocals)
Keith Weir (keyboards)
Simon Hanson (drums)
Tracklist |
01:Too Much Of A Good Thing (3:58)
02:Chain Smokin' (3:51)
03:Talk Of The Town (4:29)
04:Mother Mary (4:53)
05:King Of Fools (3:50)
06:Homewreckers And Heartbreakers (5:28)
07:Diamonds And Dirty Stones (3:35)
08:Beautiful Curse (4:40)
09:Don't Fight It (4:06)
10:For Crying Out Loud (3:33)
11:Twenty Seven Years (3:45)
12:I Died Laughing (3:49)
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