Nach ThrillVille setzt Rod Piazza mit seinem The Mighty Flyers Blues Quartet ( MFBQ) jetzt auf das "Soul Monster" und serviert Blues in bester Retro-Tradition.
Abermals hat er so einige Fremdkompositionen in den CD-Koffer gepackt, nicht ohne andere Harpspieler zu zitieren.
Natürlich finden sich auch Eigengewächse in der Tracklist und was das Line-up angeht, gab es keine Veränderungen gegenüber der letzten Platte.
Die vorliegende Platte ist selbstredend etwas für alle Anhänger des Harp-12-Takters und wer diesem Instrument mit einem oder beiden Ohren nicht abgeneigt ist, wird ebenfalls voll auf seine Kosten kommen.
Piazza & Co. verstehen es auf sehr angenehme Weise, den Hörer in ihren Bann zu ziehen.
Recht schnell stellt man fest, dass diese Platte einem Konsum 'so nebenbei' nicht gerecht wird und es lohnt sich, den Lautstärkeregler ordentlich nach links zu drehen.
Wie bei bisher alle Delta Groove-Produktionen ist die Sound-Qualität hervorragend und besonders hat man immer ein Händchen dafür, den Platten auch einen entsprechenden Klang zu verpassen. Hier ist bei aller Transparenz der Produktion ein Retro-Touch nicht von der Hand zu weisen.
Erfreulich ist auch die Tatsache, dass Rod Piazza das 'Soul Monster' an seinem Arbeitsgerät ist.
Außerhalb jeder Kritik steht auch seine Stimme, die er öfters durch sein spezielles Harp-Mikrofon erklingen lässt.
Die Platte kann als mit viel Leidenschaft gespielter Streifzug durch das Genre hergenommen werden, wobei sich, wer Piazza kennt, die rockige Variante ausschließt.
Dennoch wird man auf der CD fündig, wenn es um scharf angemachte Stücke geht.
So mag das Instrumental "Soulbird" ein treffendes Beispiel dafür sein, wie die Band so richtig Gas geben kann und alle, die Rhythmus-Abteilung mal ausgenommen, haben ihren Anteil in Form von Soli daran. Die Bläser-Abteilung ist außerdem auch sehr gut repräsentiert.
War es auf "ThrillVille" der Drummer Dave Kida, der bei einem Song die Lead Vocals übernahm, so hat nun der tolle Gitarrist Henry Carvajal die Ehre gleich zwei Songs zu singen.
Und er hat eine überzeugende Soul-Stimme, auch wenn er in etwas anderen Höhen unterwegs ist und seine Stimmbänder sauberer sind, als die eines Piazzas.
Neben klasse groovenden Nummern wie "Can't Stand To See You Go", einem Jimmy Reed-Standard, werden Shuffle, Jump Blues, R&B und auch der Jazz ("Hey, Mrs. Jones", mit tollen Percussion) bedient. An manchen Stellen wird der Rock'n'Roll ordentlich wiederbelebt.
Piazzas Ehefrau Miss Honey macht abermals eine vortreffliche Figur am Piano, ab und an mit einem tollen Honky-Touch, sowie Bass.
Temporeiche Tracks geben sich mit tollen Slow-Bluesern die Klinke in die Hand und die Suche nach Füllmaterial oder gar Ausfällen endet erfolglos.
"Soul Monster" ist eine klasse Platte mit einem vielleicht etwas irreführenden Titel, denn der Soul wird höchstens tangiert. Die CD ist 12-Takter und Rod Piazza & The Mighty Flyers Blues Quartet stecken ohne Zweifel ganz tief in ihm.
Dass sich die Band, neben George Smith, mit Little Walter auch noch einen weiteren Harper vorknöpft, darf man ihnen in keiner Weise als Manko anrechnen.
"You Better Watch Yourself" ist eine stimmungsvolle Lesung.
Das Album ist beste Unterhaltung, allerdings auch kein riesiger Überflieger.
Line-up:
Rod Piazza (harp, vocals)
Miss Honey (piano, bass)
Henry Carvajal (vocals - #10,11, guitar)
Dave Kida (drums, percussion)
Jonny Viau (tenor saxophone)
Allen Ortiz (tenor saxophone in Spirit)
| Tracklist |
01:Soul Monster (3:52)
02:Can't Stop To See You Go (3:34)
03:Cheap Wine (5:14)
04:Key To The Highway (4:25)
05:Sunbird (4:00)
06:That's What's Knockin' Me Out (3:20)
07:Tell Me About It Sam (5:34)
08:Queen Bee (4:07)
09:Expression Session (2:52)
10:Ko Ko Mo (I Love You So) (4:22)
11:Talk To Me (4:22)
12:You Better Watch Yourself (3:25)
13:Hey, Mr. Jones (4:15)
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