Tom Principato / 21.11.2010, Cultureel Podium Roepaen, Ottersum (NL)
Cultureel Podium Roepaen Tom Principato
Cultureel Podium Roepaen, Ottersum (NL)
21. November 2010
Stil: Blues Rock
Konzertbericht


Artikel vom 28.11.2010


Joachim 'Joe' Brookes
Tom PrincipatoDieses Blues Rock-Konzert bot alles, was das Zuschauerherz von diesem Genre begehrte und verlangte. Tom Principato und sein 'Powerhouse', vertreten durch Jay Turner am Bass und und dem Drummer Pete Ragusa, brachte eine herrliche Stimmung in den sehr gut besuchten Nightclub auf Roepaen. Ein relaxter Shuffle inklusive Schlagzeug- sowie Tieftöner-Solo ebnete den Weg für ein Konzert mit vielen Highlights.
Schon im ersten Set reihte sich eine Perle an die andere. Nach einem richtig deftigen Ausflug in den Blues Rock brachten Principato & Co. den Funk ins Spiel. Genial waren hier die feinen Zwischentöne innerhalb der funkigen Licks. Der Amerikaner brillierte durch seine lockere, unangestrengte Art und dennoch wusste man ziemlich schnell, wann es zu einem Solo kommen sollte. Wenige Schritte in die Bühnenmitte und schon stand der Gitarrist im wahrsten Sinn des Wortes im Spotlight.
Tom PrincipatoPrincipato machte auf ganz geschickte Weise (ich könnte hier auch schreiben: so, wie man ihn kennt) aus dem traditionellen 12-Takter eine hoch attraktive Schau der Moderne. Ihm beim Spielen zuzusehen war schon eine Genuss und was dann an akustischen Leckereien an die Lauscher kam, war prächtig.
Der aus Washington, D.C. kommende Künstler präsentierte in den zwei Sets einen Querschnitt seines mittlerweile vierzigjähriges Schaffen und der Mann ist immer noch hungrig nach gutem Blues. So standen auch Songs aus seinem aktuellen Album "A Part Of Me" auf der Liste. Den Beginn machte ein Slow Blues. Der Titelsong wurde auf der Platte mit großem Line-up gespielt und dieser Track war dann in kleiner Besetzung einer der Brillanten des Nachmittags. Was die langsameren Kompositionen betraf, fand ein weiteres absolutes Highlight im zweiten Set statt. "Tango'd Up The Blues" von
Guitar Gumbo war mit um die zehn Minuten eine Galavorstellung.
Tom PrincipatoDass Principato zwischendrin eine Saite riss, überspielte er toll und während des Gitarrenwechsels war Ragusa mit einem Drumsolo zur Stelle. Einem weiteren Song verpasste man einen herrlich wiegenden Reggae-Rhythmus und mit viel Drive sowie Groove ging es dann der Pause entgegen. Es war kein Solo wie das andere. Der Mann hatte sichtlich Spaß daran, die Saiten zu ziehen und das Wah Wah-Pedal setzte keinen Staub an.
Tom PrincipatoSpannend waren auch die Nummern im Midtempo-Bereich. Stellvertretend dafür sollte das ebenfalls von der neuen CD stammende "Don't Wanna Do It" stehen. Auch bei diesem Song zeigte sich deutlich, dass das 'Powerhouse' perfekt auf den Frontmann, der seinen Arbeitsplatz auf der linken Bühnenseite hatte, eingestellt war. Wesentlich rauer als Principatos Stimme war Ragusa Gesang. Er übernahm für einen Blues-Rocker die Lead Vocals und dann folgte ein Song, auf den wohl einige schon gewartet hatten: "I Hear You Knocking", bekannt durch Dave Edmunds, war ein weiteres Festival mit schöner Überlänge, in der Principato die Lautstärke seines Arbeitsgerätes schrittweise langsam ganz drunter drehte und dann ging es nach einem akustischen Teil auf der E-Gitarre wieder langsam ins Thema über. Ragusa und Turner hörten in dem ruhigen Teil nicht etwa auf zu spielen. Sie wurden mit dem Protagonisten ebenfalls immer leiser. Der Bassist und Schlagzeuger streichelte nur noch die Saiten beziehungsweise Felle und Becken.
Tom PrincipatoIn "Kansas City Blues" verknüpfte die Band mit einem Schuss Rock'n'Roll sowie feinen Country-Verzierungen gleich zwei Spielarten und der Refrain war für das Publikum natürlich wie geschaffen zum Mitsingen. Mit "Down In Lou'siana" gab es einen weitere tolle Kostprobe aus "A Part Of Me". Im Allgemeinen hatte der zweite Durchgang mehr Stücke in längeren Versionen auf dem Plan. Principato hatte mit seinen Soli wirklich die Spendierhosen an.
In der Zugabe präsentierte man zwar nur einen Song, aber auch der hatte es in sich und dauerte ebenfalls fast zehn Minuten. Ungemein gelungen war die sehr verträumte Solo-Eröffnung des Gitarristen und dann gesellten sich ein letztes Mal Ragusa sowie Turner dazu.
Man kann nur froh sein, dass ein solcher Ausnahmekünstler wie Tom Principato für seine Live-Aktivitäten regelmäßig auch den Weg nach Europa findet. Wer schon einmal ein Konzert von ihm besucht hat, weiß, wovon die Rede ist. Er stellt den Blues mit seinen Verästelungen in ein gleißendes Licht und selbst jazzige Einlagen wurden nicht ausgelassen.
Wir bedanken uns bei Chris Tangelder vom Cultureel Podium Roepaen für die problemlose Akkreditierung.
Line-up:
Tom Principato (guitars, vocals)
Jay Turner (bass, backing vocals)
Pete Ragusa (drums, backing vocals)
Tom Principato    Tom Principato   
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