Carrie Rodriguez / Love & Circumstance
Love & Circumstance Spielzeit: 45:11
Medium: CD
Label: Nine Street Opus/Broken Silence, 2011
Stil: Americana, Singer/Songwriter

Review vom 13.11.2011


Norbert Neugebauer
Carrie Rodriguez aus Austin, Texas gehört eindeutig zu den richtig Guten in der mittlerweile kaum noch überschaubaren US-amerikanischen Singer/Songwriter-Szene. Die 33-Jährige veröffentlichte bisher vier eigene Alben und ein halbes Dutzend mit Chip Taylor, ihrem Mentor. Auch auf diversen anderen Produktionen, als Sängerin, aber auch als Violinistin, ist sie zu hören. Zuletzt veröffentlichte sie die Single "We Still Love Our Country" im Duett mit Ben Kyle. Die Musikalität ist familieneigen, bereits ihr mexikanisch-stämmiger Vater, David Rodriguez, ist ein unter Kollegen sehr geschätzter Song-Autor und Sänger. Von ihm stammt der Titel: When I Heard Gypsy Davy Sing". Ihre Tante Eva Garca war in den fünfziger Jahren ebenfalls eine berühmte Sängerin, von der sie "La Puñalada Trapera" übernommen hat.
"Love & Circumstance" ist ein Coveralbum, dessen Titel mit von den Besten des Singer/Songwriter-Genres stammen. Miss Rodriguez präsentiert sie sehr eigenständig im Americana-Sound, gekonnt mit den Stilen spielend. Neben ihrer eigenen kompetenten Studiomannschaft veredeln diverse hochkarätige Gäste die Produktion, was auch etwas über die Reputation der Künstlerin aussagt.
Um was es der Schönen mit den Kulleraugen thematisch geht, ist sich keine Denksportaufgabe. "Big Love", die Little Village-Nummer ist ein Auftakt nach Maß und danach gibt es keine Zweifel, dass sich diese Stimme auch gegenüber den Konkurrentinnen durchsetzt: kräftig, mit Sexappeal und variabel. Bei "Wide River To Cross" ist im Hintergrund Buddy Miller zu hören, der den Song zusammen mit seiner Frau Julie geschrieben hat. Nach Papas stimmungsvollem Song geht's mit "Eyes On The Prize" von M. E. Ward Richtung Country, auch das beherrscht der Lockenkopf locker, der hier auch an der Fiddle zu hören ist.
"Steal Your Love" - ich denke, Kollegin Lucinda Williams wird mit dieser gefühlvollen Version ihres starken Songs durchaus konform gehen. Gleiches unterstelle ich Richard Thompson und "Waltzing's For Dreamers". "I'm Not For Love" stammt von Sandrine Daniels, mit beiden kann ich wenig anfangen, die Nummer ist mir auch in diesem Kontext etwas zu schmalzig. Dafür zeigt "I Made A Lover's Prayer" von Rawlings/Welch wieder stark nach oben. Dann wird mit "I Started Loving You Again" aus der Feder von Haggard/Owens wieder geschmust und beim "Rex's Blues"
(Townes Van Zandt) geschwelgt. "I'm So Lonesome I Could Cry" hat zur Begleitung von Bill Frisells Gitarre eine ansprechende Verjüngungskur bekommen. Mit Tante Garcas mexikanischem Schmachtfetzen verabschiedet sich Carrie Rodriguez und wir hören noch einmal den fantastischen Meister der Steel- und Slideguitar, Greg Leisz.
Schwere Empfehlung für die Singer/Songwriter-Conncetion!
Line-up:
Carrie Rodriguez (vocals, tenor guitar, electric mandolin, strings, fiddle)
Hans Holzen (electric and acoustic guitars, mandolin)
Kyle Kegerreis (upright and electric basses)
Eric Platz (drums, percussion)
Special guests:
Buddy Miller, Aoife O'Donovan, Greg Leisz, Bill Frisell, Doug Wamble
Tracklist
01:Big Love
02:Wide River To Cross
03:When I Heard Gypsy Davy Sing
04:Eyes On The Prize
05:Steal Your Love
06:Waltzing's For Dreamers
07:I'm Not For Love
08:I Made A Lover's Prayer
09:I Started Loving You Again
10:Rex's Blues
11:I'm So Lonesome I Could Cry
12:La Puñalada Trapera
Externe Links: