The Riffsurfers / Left Untidy?
Left Untidy? Spielzeit: 76:45
Medium: CD
Label: P.F.P. Records, 2006
Fotos: Norbert Neugebauer
Stil: Rock

Review vom 15.02.2007


Joachim 'Joe' Brookes
Leck die Söck! Wer seine Stereo-Anlage so richtig scharf befeuern möchte, füttere sie bitte mit "Left Untidy?" von The Riffsurfers aus Kronach.
Intervall-Training für die Ohren, mit aktiven Pausen zum Luftholen ("Some Kind Of Blissful Sensation", "Attic Blues" oder "Pure Love").
Shake your botty and your mane:
»…I'm Gonna Tell Ya You Won't Spend Your Time In Vain..«.
RiffsurfersRichtig, hier wird in bester Manier gerockt, dass sich die Balken biegen. Erinnerungen an die guten Siebzigerjahre, wie schon beim Liveprojekt - Brothers in Arms, werden vehement ans Tageslicht befördert. Die Spaßbremse ist außer Kraft gesetzt.
Von 0 auf 100 nimmt das Album mit "Rock'n'Roll Girl" und "Old John's Odd Meter Blues" höllische Fahrt auf und bringt das Ding so richtig ins Rollen. Zwei Gitarren, die dem ersten Teil des Bandnamens alle Ehre machen. Die frühen Nine Below Zero oder Dr. Feelgood winken da kräftig aus der Ferne.
Hochoktaniger Boogie mit gekonnt gesetzten Breaks und doppelriffige Gitarren pusten einem den Schmalz aus den Ohren. Ein spaciges Sechssaiter-Solo sorgt für Auflockerung, bevor der Track, eingeleitet durch eine kurze Bass-Einlage, überraschend relaxt endet.
Im kurzen "Some Kind Of Blissful Sensation" darf sich der Hörer dann erholen und durchatmen.
Janina & MatthiasMid-Tempo ist bei "Attic Blues" angesagt. Von kräftigen Riffs begleitet singt Matthias Amm melodiös und, man kann es sich fast schon denken, verpassen einem The Riffsurfers am Ende eine Fönwelle Marke Kyrill.
Nach "Instant Funk", in dem die Combo ihre Sichtweise des Funk abliefert, folgt ein herrlich verträumtes "Pure Love". Durch fein gesetzte Gitarrentöne kann man sich lecker zum Träumen entführen lassen.
Nicht lange, denn "Predator Lady" holt einen schnell wieder ins Hier und Jetzt zurück. Janina Färber (klasse Stimme!) übernimmt das Gesangsmikro und sorgt für Auflockerung. Nach wie vor ist Feuer unterm Dach. Unvermindert hämmern einem die krachenden Riffs um die Ohren.
Jede Menge Wah Wah Sound-Effekte bietet "Dressed In Green" und die 'zweite' Gitarre shuffelt.
"The Day's Smile" knüpft an die bewährte Qualität der ersten Nummern an. Das längere "Latin Stuff" ist abwechslungsreich arrangiert und beinhaltet ein Drumsolo von Philipp Sammet.
Christian PietzGespannt sein darf man auf den letzten Track, besonders, wenn einem bei den Spielzeiten satte 37 Minuten entgegen lächeln. Matthias Amm und Christian Pietz beweisen Shouterqualitäten und dann ist nach 4 ½ Minuten Ende und Ruhe im Karton.
Die hält sich hartnäckig über 10 Minuten, bevor die Riffsurfers wieder ein Lebenszeichen von sich geben. Ein Instrumental mit einem knalligen Basssolo und dann hebt die Gitarre ab: Rückkopplungen wandern zwischen den Kanälen hin und her. Dann kehrt wieder Ruhe ein, die ganze 15 Minuten dauert.
Die Hidden-Tracks sind wirklich gut. Ok, die Band zeigt keinerlei Kondtionsschwächen, bis zum Schluss quietschend eine Tür ins Schloss fällt.
Kürzere Phasen zwischen den versteckten Stücken tun es auch, Leute.
Bemerkenswert ist nicht nur die Musik, denn das Quartett hat die CD im Alleingang erstellt. Bleibt nur die Frage, wie viel Gerstensaft beim Aufnehmen, Produzieren, Designen, Mixen und anderen Dingen geflossen ist?
Der Rezensent schließt sich den Musikern an und trinkt dann später (kein Bier vor vier!) eine Hopfenkaltschale auf deren Wohl, weil "Left Untidy?" es allemal wert ist.
Line-up:
Matthias Amm (guitar, vocals, bass - #1, 2, 3, 6, 7, 11, 12)
Christian Pietz (guitar, vocals, bass - #4, 5, 8, 9, 10)
Philipp Sammet (drums)
Janina Färber (vocals - #8)
Tracklist
01:Rock'n'Roll Girl (2:23)
02:Old John's Odd Meter Blues (2:26)
03:Rich Man's Holiday (3:46)
04:Some Kind Of Blissful Sensation (1:30)
05:Attic Blues (3:26)
06:Instant Funk (4:36)
07:Pure Love (3:41)
08:Predator Lady (3:08)
09:Dressed In Green (5:21)
10:The Day's Smile (2:49)
11:Latin Stuff (6:05)
12:Driving Home (37:28)
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