Nachruf / Zum Tod von Gil Scott-Heron
R.I.P. "The Get Out Of The Ghetto Blues"



Nachruf vom 30.05.2011


Joachim 'Joe' Brookes
Gill Scott-Heron (01.04.1949 - 27.05.2011)
Das gesungene und gesprochene Wort war seine Stärke. Gil Scott-Heron nannte seine Musik selber Bluesology.
Erst kürzlich von einer Europa-Reise zurückgekehrt, starb der Künstler am 27.05.2011 in einem New Yorker Krankenhaus im Alter von nur zweiundsechzig Jahren viel zu früh. Der Poet schrieb Texte mit Ironie und bissigem Humor.
»In 1960, I was a negro, and then Malcolm came along
Yes, but some nigger shot Malcolm down, though the bitter truth lives on
Well, now I am a black man, and though I still go second class
Whereas once I wanted the white man's love, now he can kiss my ass«
.
(aus: "Evolution (And Flashback)")
Im Laufe seiner Karriere entwickelte sich Scott-Heron vom lauten Protestler zum nach innen gekehrten, intimen, sehr persönlichen Musiker, aber immer noch mit einer beeindruckenden Kraft. 1970 brachte er sein Debüt mit dem Titel "Smalltalk At 125th And Lenox" heraus und schließlich war, sechzehn Jahre nach "Spirits" (1994), I'm New Here so etwas wie der gelungene Schritt in eine andere Ära des Musikers. In "Message To The Messengers" (von "Spirits") gibt er der Rapper-Fraktion Ratschläge, ihre Kraft weise einzusetzen.
In Chicago geboren, verbrachte er einen Teil seiner Kindheit in der Bronx und zunächst schrieb er ausschließlich Texte. Scott-Heron verstand es wie nur wenige andere, seine Botschaften in klasse Musik zu verpacken. R&B, Soul, Jazz und Blues waren die Grundlagen seines Songwritings und damit hatte er bemerkenswerte Hits zu verzeichnen. Unter anderem waren es: "Johannesburg", "The Bottle", "B-Movie" oder "Angel Dust". "The Revolution Will Not Be Televised" ist Kult. Mit "B-Movie" und "Re-Ron" hatte er ein neues Ziel gefunden: den damaligen Präsidenten Ronald Reagan.
Scott-Heron arbeitete mit vielen Musikern zusammen, allerdings muss Brian Jackson, der ab "Pieces Of A Man" (1971) mit dem Protagonisten kollaborierte, unbedingt Erwähnung finden. Jackson gehörte darüber hinaus auch lange Zeit zur Band von Gil. Mit dem gleichgesinnten Tastenmann schrieb er Songs und Scott-Heron war ebenfalls auf Alben von Jackson vertreten.
Seine musikalische Laufbahn war von vielen, auch längeren Unterbrechungen gekennzeichnet. Dabei ging es auch immer wieder um seine Drogen-Abhängigkeit und deren Besitz.
Gil Scott-Heron war ein Musiker, der die Gesellschaft mit seinen Texten zum Nachdenken brachte. Zum Schluss ein Song-Zitat des eigenwilligen Botschafters für die Gerechtigkeit aus "Message To The Messengers": »Remember ...
Keep the nerve
Keep the nerve
Keep the nerve
Keep the nerve
... I'm talkin' about peace«
RIP Gil
'The revolution will be televised'
Externe Links: