Savana / Redbird
Redbird Spielzeit: 41:13
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2007
Stil: Singer/Songwriter, Pop

Review vom 09.11.2010


Norbert Neugebauer
Fröhliche Mädchen mit fröhlichen Songs, Part II. Wie erfreulich, nach Dafni gleich nochmals nachsommerliche Töne aus der amerikanischen Singer/Songwriter-Szene.
Savana (Lee) ist die eine Hälfte von Sugarcane Jane, aber ihr Album "Redbird" ist mehr als nur das Soloalbum eines der beiden Partner. Die stammen aus Alabama und sind mittlerweile in Nashville zuhause, wo sie bereits mehrere Alben unter dem Bandnamen aufgenommen haben. Mit "Redbird" steht nun Savana im Mittelpunkt, auch wenn die meisten Songs von ihrem erfahrenen Kollegen Anthony Crawford stammen, der auch produziert und sämtliche Instrumente eingespielt hat. Allerdings ist das Werk schon zwei Jahre alt, kommt aber nun erst dank des rührigen schwedischen Vertriebs Hemifrån in unsere Reichweite.
Sei's drum, so was kann man immer hören. Vorausgesetzt, man mag diese lockeren Liedchen, mit heller Stimme vorgetragen, die von gefälligen Arrangements umspielt werden. Manche der zwölf Songs könnten auch gut auf den Alben diverser Kolleginnen auftauchen.
Der im Midtempo gehaltene Titeltrack geht schon mal glatt ins Ohr und weist die Richtung für den Rest. Gut gemachte Pop-Kost, in unterschiedlicher Verpackung, die eher der Unterhaltung dient, als zum bewussten Zuhören anregt. Der zweite Titel ist etwas flotter und mit rund zwei Minuten schon vorbei, bevor man sich recht reingehört hat. Überhaupt geht's ziemlich kompakt zur Sache, lange Schwelgereien sind hier nicht auf dem Tablett. Und auch der regelmäßige Wechsel zwischen etwas verhalteneren und schnelleren Titeln kennzeichnet das gesamte Album.
Bei "The One Before Me" haken wir wieder ein, zwar eine Schnulze, aber eine durchaus genießbare. Frau Savana singt mit sich selbst Duett, das Ganze als Roots-Ballädchen angelegt. Und dann machen wir mit "Romeo's Tune" weiter, der nächste Ohrwurm zum Mitträllern. Das gilt auch für das gefühlvolle "Brand New Day", bei der Uncle Kracker Pate gestanden haben könnte. Das erste Mal richtig rockig wird's mit "Little Creeps", das einer Sheryl Crow genauso gut stehen würde. Und dazu passt dann auch der Abschlusssong "A Heart Needs A Reason", bei dem Banjo und Slide noch mal für Americana-Momente sorgen. Hier sind weitere Sessionmusiker als Gäste mit zu Gange, und zwar durchaus bekannte aus der Szene: Spooner Oldham an der Wurlitzer, Waddy Wachtel an der E-Gitarre, Rick Rosas am Bass und Phil Jones an Schlagzeug und Percussion.
Wie sich's für das Genre gehört, ist im stabilen Klappcover ein Booklet mit Texten, die allerdings durch die Schwarzweiß-Aufmachung mit Hintergrundfotos schwieriger zu lesen sind. Die meist unscharfen Aufnahmen mögen Geschmackssache sein, den heiteren Grundtenor der Musik geben sie jedoch nicht wieder.
Fazit: Eingängige Durchschnittskost, da hatten wir in diesem Jahr schon wesentlich Feineres auf unserem Plattenteller. Wer nach dem Reinhören jetzt Lust auf solches Gemüts-Futter mit mehr Raffinesse hat, dem empfehle ich nochmals wärmstens die 13 Seasons von Emith.
Line-up:
Savana Lee (vocals)
Anthony Crawford (acoustic guitar, electric guitar, bass, drums & percussion, banjo, mandolin, electric piano, pedal steel, background vocals)
Tracklist
01:Redbird
02:Ultimate Prize
03:Love Come Back To Me
04:Uptight Situations
05:The One Before Me
06:Chameleon's All Star Love Band
07:Romeo's Tune
08:Blue Monday
09:Brand New Day
10:Little Creeps
11:The Wait
12:A Heart Needs A Reason
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