Eddie Turner
30.03.2007, Schwarzer Adler, Rheinberg
Live Eddie Turner
Schwarzer Adler, Rheinberg
30. März 2007
Konzertbericht
Stil: Blues

Artikel vom 02.04.2007


Joachim 'Joe' Brookes
Nachdem Eddie Turner mit seiner Band im Oktober 2006 anlässlich eines Rockpalast-Konzertes auf einer kurzen Stippvisite Deutschland besuchte, stand nun seine erste ausgedehnte Tour durch Europa an.
Eddie Turner Gegen 20:45 Uhr heizten die Musiker den Saal mit dem groovenden "Gangster Of Love", einem Track, den der Gitarrist aus Denver, Colorado in seiner individuellen Art vorträgt, ein.
Eddie Turner liebt die Kontraste und so hatte er nach dem fulminanten Opener schon eine Ballade am Start: "Ask Myself Why" bietet in der Bühnenfassung einige Überraschungen, denn die Nummer war gekennzeichnet von einigen herrlichen Rhythmuswechseln, gepaart mit überraschenden Breaks.
Bereits zu diesem Zeitpunkt des Konzertes wurde offensichtlich, dass sich die Band als ein Team präsentierte. Jeder der fünf Musiker konnte sich auf den anderen verlassen und hatte, wann immer ihnen danach war, den Freiraum, mit Soli aufzuwarten.
So auch in "Help The Poor", geschrieben von Charles Singleton. Turner hat das Talent, Fremdkompositionen in einer ganz persönlichen Art 'zu lesen'. So entführte die Band das Publikum im Mittelteil mit einer Samba-Einlage. Keyboardsoli von Andy Nevala und Kenny Passarelli, die sich übrigens prächtig ergänzten, würzten den Track.
Eddie Turner Mit "Privileged Life" wurde der Schwarze Adler durch Dameion Hines und Jimmy Trujillo zu einem Zentrum des Groove. Liebevoll wurde Hines von Turner 'DJ Check One' genannt. Man konnte diesen Nickname problemlos auch durch 'Groovemachine' ersetzen. Trujillo und Hines waren ein perfektes Rückgrat einer kompakten Band.
In Gegensatz zur “Rise“-Version wird in einem Konzert Jimi Hendrix' "The Wind Cries Mary" auch ohne akustische Gitarre zu einem Edelstein. Turner konnte ein ums andere Mal seine Stimme variantenreich einsetzen und so hauchte er quasi einige Textzeilen ins Mikro.
Alle Songs des Abends lebten gegenüber den Albumversionen von einer wohlverdienten Überlänge.
Eddie Turner "Dangerous", der Opener seiner letzten Platte The Turner Diaries, war dann gigantische ca. 12 Minuten lang.
Es folgte der Titelsong der CD, in dem Turner mit seinem Sound das Publikum fast hypnotisierte. Live war dieser starke Track noch expressiver als auf dem Rundling.
Die Effekte, die Turner mit seiner weißen Fender erzeugte, waren nicht von dieser Welt.
Darüber hinaus war der Amerikaner ein toller Entertainer.
Nach über einer Stunde und 'nur' 7 Songs wurde die kurze Pause eingeläutet. Eddie Turner signierte CDs und unterhielt sich am Merchandising-Stand mit Zuschauern. Nicht nur während des Konzerts erwies sich der Gitarrist und Sänger als Sympathieträger.
Eddie Turner »I'm gonna play a little slide for you.« Mit "Jody", einer von Turners Visitenkarten, wurde der 2. Set eröffnet. Ein wenig Slide hörten wir auch bis zu dem Zeitpunkt, als Kenny Passarelli den Arm hob und im wahrsten Sinne des Wortes für Ruhe sorgte: Ein technisches Problem, das vom Mann an den Reglern auf der Bühne behoben werden musste. Eddie überbrückte die Repataturarbeit, indem er einige Tourimpression zum Besten gab und dann konnten alle in perfektem Sound "Jody" genießen.
"I'm A Man, I'm A Man" entwickelte sich zu einem weiteren Höhepunkt des Abends: Basssolo, Drumsolo, Slide satt und Eddie Turner war am Gesangsmikro kaum noch zu halten.
Er sang, flüsterte und schrie fast ins Publikum. Dazu kam sein nicht recht zu kategorisierender Stil. Rockige Riffs bildeten immer wieder einen Kontrast zu bluesigen, souligen oder funkigen Gitarrenklängen.
Eddie Turner Nach Michael Burks' "I Smell Smoke" dann das galaktische "Secret", das auch auf Rise den Rausschmeißer bildet.
Die Stimmung war längst auf dem Höhepunkt, nicht nur Kenny Passarelli lieferte eine weitere Tanzeinlage on stage, auch vor der Bühne wurde getanzt und schon lange wurden alle Soli mit Szenenapplaus honoriert.
Die Konzertbesucher forderten eine Zugabe und Eddie war der erste, der wieder die Bühne betrat.
Faszinierend, wie die Band mit "Watch Out" plötzlich Blues-Atmosphäre pur in den Saal zauberte. Auch die Zugabe war keine 'Kurzgeschichte'.
Eine zweite Zugabe wurde gefordert, aber... leider nicht gespielt, weil plötzlich Konservenmusik aus den Lautsprechern tönte.
Auf diese Art und Weise sollte man ein tolles Konzert und eine ausgelassene Stimmung im Saal nicht abwürgen.
Eddie Turner Eddie Turner widmete sich dann den Fans, von denen er durch dieses Konzert einige hinzugewonnen hatte. Beim Signieren weiterer CDs war Smalltalk angesagt und sichtlich zufrieden genoss er sein Glas Rotwein.
Nach dem Konzert ist vor dem Konzert.
Dameion Hines war sichtlich traurig darüber, dass eine Trommel defekt war und man stellte schon Überlegungen an, wie das Equipment für den Gig im französischen Cauville repariert oder ersetzt werden konnte.
Line-up:
Eddie Turner (guitars)
Kenny Passarelli (keyboards)
Andy Nevala (keyboards)
Jimmy Trujillo (bass)
Dameion Hines (drums)
Bilder vom Konzert
Eddie Turner
Eddie Turner    Eddie Turner    Eddie Turner    Eddie Turner
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