Voodoo Six / Songs To Invade Countries To
Songs To Invade Countries To Spielzeit: 54:55
Medium: CD
Label: Spinefarm Records, 2013
Stil: Rock (Classic Rock, Hard Rock)

Review vom 25.06.2013


Markus Kerren
Was uns zum fünfjährigen Jubiläum der Band Voodoo Six mit einem Review recht war, sollte uns zum zehnjährigen nur billig sein. 2008 hatten wir euch die neu aufgelegte Debütscheibe
First Hit For Free vorgestellt und seither ist wieder einiges passiert. Nicht nur erschien im Jahr 2010 ein weiteres Album mit dem Namen "Fluke", sondern auch das Bandkarrussell hat sich im Vergleich zu dem ersten Album gedreht. Nicht mehr dabei sind der Sänger Henry Rundell sowie der Schlagzeuger Dave 'Grav' Cavill, für die jetzt der Frontmann Luke Purdie und der Fellverdrescher Joe Lazarus mit an Bord sind.
Stilistisch hat sich bei den Briten nicht all zu viel geändert, was aber auch einer der Gründe sein mag, warum es mittlerweile so gut läuft. Mit Steve Harris von Iron Maiden hat das Quintett einen sehr bekannten Sympathisanten und mit den 'Jungfrauen' geht es auch in diesem Jahr als Support wieder auf Tour durch Europa. Es wird also auch bei Album Nummer drei auf erdigen, kernigen und fetzigen Rock gesetzt, der ganz stark in den siebziger Jahren verwurzelt ist. Mir persönlich hat zwar die Stimme von Henry Rundell etwas besser gefallen, aber auch Purdie macht seine Sache sehr gut.
Nach dem Midtempo-Opener "Falling Knives" walzt sich "All That Glitters" zunächst sehr bluesig vorwärts in Richtung erste Strophe. Das Riffing ist relativ einfach gestrickt, aber dennoch effektiv gehalten und der Bass von Tony Newton pumpt ganz mächtig im Hintergrund, während auch Voodoo Six gemäß dem Text dieses Songs festgestellt haben, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Immer wieder stark kommen die Gitarrensoli von Matt Pearce sowie Chris Jones und auch Joe Lazarus lässt hinter seiner Schießbude nullkommanix anbrennen. So richtig ins Kurzzeitgedächtnis gehen die Tracks zwar nicht umgehend, dafür hat diese Chose aber Langzeitwirkung.
Fast schon episch wird dann "Lead Me On" eröffnet und im Hintergrund von Keyboard-Sounds getragen. Die Rhythmusabteilung macht natürlich auch hier richtig Power und trägt zu einem weiteren gelungenen Hard Rock-Song bei. Soundtechnisch wurde diese Scheibe übrigens astrein von Mike Fraser (u. a. AC/DC, Aerosmith, Metallica) in Szene gesetzt und produziert hat Tony Newton, der in diesen Kreisen ja auch alles andere als ein Unbekannter sein dürfte. Auch die Arrangements sind im gesteckten Rahmen vollkommen in Ordnung, da gibt es wenig dran zu rütteln.
Bereits der kämpferische Albumtitel deutet an, dass sich die Band sehr viel vorgenommen hat. Neben vielen rockenden Stücken kommt bei "Your Way" dann auch mal für kurze Zeit die akustische Gitarre ins Spiel, bevor nach etwa zwanzig Sekunden aber wieder herzhaft gerifft wird. Insgesamt klingt die Scheibe in sich geschlossen und wie aus einem Guss. Wer aber dennoch ein paar Anspieltipps haben möchte, dem würde ich "All That Glitters", "You Don't Know", "Waiting In Line" oder "Higher Ground" empfehlen.
"Songs To Invade Countries To" ist ein gutes, grundsolides Album geworden, dessen Songs live auf der Bühne dann wahrscheinlich noch mal eine Spur besser und heftiger zur Geltung kommen. Zwar fehlt der eine oder andere Killersong, aber die fallen ja schließlich auch nicht gerade täglich vom Himmel. Letztendlich bleibt festzuhalten, dass die Freunde des härteren Rocks mit dieser Scheibe nicht all zu viel falsch machen können. Die Platte gewinnt mit jedem weiteren Durchlauf dazu, selbst wenn sie noch nicht der ganz große Wurf sein mag. Dennoch zeigt mein Daumen im Fazit deutlich nach oben.
Line-up:
Tony Newton (bass)
Joe Lazarus (drums)
Matt Pearce (guitars)
Luke Purdie (lead vocals)
Chris Jones (guitars)
Tracklist
01:Falling Knives
02:All That Glitters
03:Lead Me On
04:Sink Or Swim
05:You Don't Know
06:Your Way
07:Sharp Sand
08:Stop
09:Brick Wall
10:Waiting In Line
11:Higher Ground
12:One More Day
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