The Widowbirds / Black Into The Blue
Black Into The Blue Spielzeit: 37:20
Medium: CD
Label: Whistling Dixie, 2015
Stil: (Classic) Hard Rock/Roots Rock

Review vom 16.08.2015


Jochen v. Arnim
Langeisen Nummer 3 kommt kaum fünf Jahre nach Gründung der australischen Widowbirds an den Start und wird ab September den Fans, und davon wird es seit dem Erscheinen des Debüts vor drei Jahren mittlerweile sicherlich auch bei uns so einige geben, zugänglich sein. Passgenau dazu gibt es natürlich ab Oktober eine Tour durch Europa, die selbstverständlich ebenfalls diverse Termine in unseren Landen bietet. Eine Vorab-Version von "Black Into The Blue" ist kürzlich bei der Redaktion auf den Schreibtisch geflattert und als erstes fällt mal auf, dass die Besetzung ein paar Änderungen erfahren hat.
Simon Meli, Frontmann, Sänger, Gitarrist, ist natürlich nach wie vor an Bord und hat bei der Eigenproduktion der Scheibe auch die Hosen an. Tony Kvesic haut ebenfalls noch in die Saiten und unterstützt den Fronter beim Gesang. Neu sind Bobby Poulton am Bass und Robbie Wolf an den Tasten, letztere Position wird nun also wieder ganz offiziell ausgefüllt. Zudem ist Shane O'Neill, der noch auf dem Debüt trommelte, nach einjähriger Abwesenheit wieder mit von der Partie.
Zehn Songs gibt der neue Silberling her und man kann bereits nach dem ersten Durchlauf feststellen, dass sich nicht viel an der musikalischen Ausrichtung geändert hat. Nach wie vor schimmern die Vorbilder durch, die auch schon auf den ersten beiden Alben präsent waren. Die Widowbirds verorten sich selber ja im Gefüge derer, die durch Zeppelin, die Krähen und andere psychedelisch angehauchte Bands beeinflusst werden.
So wundert es wenig, wenn die Scheibe im Grunde entspannt losgeht, "The Rain Has Come" fängt genau da an, wo die Veröffentlichung aus dem vergangenen Jahr aufgehört hat: Gitarre, Bass, Schlagzeug und dazu Melis Stimme mit leichtem Hall versehen. Melodie und Rhythmus packen und lassen einen direkt in den Jam-Modus sinken. Gleiches möchte einem auch zu dem folgenden "Born" einfallen, oder zum dritten Song im Bunde, "Where The Lights Burn Low". Letzterer ist ein erstes Highlight auf "Black Into The Blue", hier spielen die 'Vögel' alle Asse ihrer Kreativität aus, intensiv-packend und stimmungsvoll, gar nicht so, wie der Titel eigentlich suggerieren möchte, slow und mellow.
Der Titelsong hat aber genau diese letztgenannten Attribute: Ein zurückgenommenes Tempo, leicht untermalt von sanften Orgelsounds, bestimmt den Anfang. Zwischenzeitlich flackert dann beim Chorus und gegen Ende etwas mehr 'drive' auf, ändert aber nichts an der Grundausrichtung (wertungsfrei!). Dass die Orgel auch etwas mehr als sanfte Lautuntermalung kann, beweist ihr 'Bediener' bei "Making It Up As We Go Along", das gut nach vorne prescht.
"Sweet Trouble" packt mich zu Anfang nicht so recht, bekommt nur bei den Chorus-Passagen ein wenig Fahrt und verfällt dann wieder in langsamere Fahrwasser (wobei ich sagen muss, dass dieser Track live, mit einigen eingeflochtenen Solo- und Jam-Parts bestimmt ein Kracher werden könnte).
Später kommt das abwechslungsreiche, im Grundtempo dennoch nicht überaus schnelle "Wicked Servant", das mit einigen sehr schönen Gitarrenparts aufzuwarten weiß. Und auch "Dream Catcher" haut in dieselbe Bresche, zudem hat dieser Track einen überaus eingängigen Chorus - voll im Retro-Sound.
Fazit? Die Widowbirds haben auf jeden Fall mal genau gar nichts von ihren Qualitäten eingebüßt. Nicht jeder Song vermag uneingeschränkt zu packen, aber es gibt so einige Momente auf "Black Into The Blue", die so richtig schön überzeugend sind. Und wenn diese Platte eines kann, dann ist es, Vorfreude zu machen, Vorfreude auf die anstehende Tournee.
Line-up:
Simon Meli (vocals, guitars)
Tony Kvesic (guitars, vocals)
Bobby Poulton (bass)
Robbie Wolf (keyboards, organ)
Shane O'Neill (drums)
Tracklist
01:The Rain Has Come
02:Born
03:Where The Lights Burn Low
04:Black Into The Blue
05:Making It Up As We Go Along
06:Sweet Trouble
07:Words You Throw
08:Wicked Servant
09:Dream Catcher
10:Suffers Me Gladly
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