Ehrlich gesagt ist mir der Keyboarder und Sänger Jeff Young zum ersten Mal bewusst aufgefallen, als er als Bestandteil der Josh Smith-Band auf deren letzter Deutschland-Tour im Ducsaal in Freudenburg Station machte. Dabei sollte der Mann wirklich kein Unbekannter mehr sein, hat er doch bereits mit Leuten wie Bruce Springsteen, Jackson Browne, Sting oder Bonnie Raitt (um nur mal ein paar wenige zu nennen) auf der Bühne oder im Studio zusammengearbeitet. Außerdem legte er bereits im Frühling 2013 mit "More Song Than Dance" sein fünftes Soloalbum vor.
Der wichtigste Mann an seiner Seite dafür war Erik Eldenius, der neben multiplen Instrumenten (hauptsächlich aber Drums & Percussion) auch die Produktion übernahm. Musikalisch hat Jeff Young eine ganz feine Melange aus Soul, Blues, Jazz, Singer/Songwriter und Pop am Start, die sich auf insgesamt acht Songs verteilt. Beim Songwriting hat er neben eigenen Stücken und einem Coversong (über den noch zu sprechen sein wird) mit so etablierten Musikern wie beispielsweise Keith Reid ( Procol Harum) oder Maggie Ryder (u. a. Eric Clapton, John Farnham) zusammen gearbeitet.
Gestartet wird mit "Beautiful Loser", einem Stück, das sich gleich als ganz hervorragender Opener herausstellt. Eine coole, relaxte Soul-Nummer mit starkem Gesang, klasse Slide-Einlagen und neben der aufregenden Drum-/Percussionarbeit auch noch Bill Churchville, der mit seinem Flügelhorn jede Menge melancholisches wie passendes Flair verbreitet. Auch das etwas mainstreamigere "Heartache In The Heartland" weiß durch seine dichte Atmosphäre und den tollen Gesang zu überzeugen. Und mit seinem feinen Wurlitzer Piano rundet Jeff Young die Chose gekonnt ab.
Für "It's Gonna Rain" war Josh Smith an der Resonator-Gitarre zu Gast und verpasst dem Titel, der ansonsten von Bill Churchvilles Trompete, den shuffelnden Drums und dem Gesang dominiert wird, das Sahnehäubchen. Den Abschluss bildet dann die wunderschöne Piano-Ballade "Life", die alleine von den Tasten und Youngs Gesang lebt. Apropos Gesang: Für die Background Vocals bei drei der Tracks sind die Ladies Danielle DeAndrea, Vonda Shepard und Lynn Davis mit an Bord, die "Beautiful Loser", "The Fire Next Time" und "Woman Of Soul" sogar noch eine zusätzliche Portion Soul verpassen. Da stimmt alles!
Bei dem Coversong der Scheibe handelt es sich um Bob Dylans "It's Alright Ma, I'm Only Bleeding", das auf dem Backcover mit abgekürztem Songtitel aufgeführt wird. Jeff Young hat die Nummer musikalisch umarrangiert, sodass sie insgesamt vom Gesang nicht ganz so wütend und atemlos wie das Original rüberkommt, durch die spitzenmäßige Percussionarbeit von Eldenius, die unterschwellig gehetzt bzw. getrieben wirkende Atmosphäre und nicht zuletzt Jimmy Powers' klagende Blues Harp aber dennoch sehr intensiv und fast wie eine Warnung wirkt.
Letzten Endes ist "More Song Than Dance" ein sehr gutes Album geworden, das man einerseits zwar ganz hervorragend zu jeder Tages- und Nachtzeit genießen kann, das andererseits aber dennoch über viel Tiefgang und Gefühl verfügt. Fast schade, dass die Laufzeit mit knapp 37 Minuten etwas kurz ausgefallen ist. Dafür bekommt man aber im Gegenzug acht richtig starke Tracks geboten, die ohne jegliches Füllmaterial auskommen.
Klasse!
Line-up:
Jeff Young (piano, Wurlitzer, organ, synth horns & strings, accordion, lead & background vocals)
Erik Eldenius (resonator acoustic guitar, bass, drums & percussion, background vocals)
With:
John Herington (guitar - #4)
Marcus Eaton (guitar - #6)
Josh Smith (resonator guitar - #7)
Tim Lefebvre (double bass - #2,4,6,7)
David Sutton (double bass - #3,5)
Bill Churchville (trumpet, flugel horn, trombone - #1,7)
Martin Tillman (cello - #3,5)
Jimmy Powers (blues harp - #6)
Danielle DeAndrea (background vocals - #1,5)
Vonda Shepard (background vocals - #4)
Lynn Davis (background vocals - #4)
Tracklist |
01:Beautiful Loser
02:Heartache In The Heartland
03:A Good Man Is As Strong As The Right Woman Needs Him To Be
04:The Fire Next Time
05:Woman Of Soul
06:It's Alright Ma
07:It's Gonna Rain
08:Life
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Externe Links:
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