Mike Zito zählt für mich persönlich zu den wenigen Blues Rock-Musikern, die ich schon nach wenigen Momenten in mein Herz geschlossen hatte.
Steve Schuffert,
Davy Knowles oder
Mark Selby sind ähnliche Vertreter. Warum? Sie können im Gegensatz zu vielen anderen (meist überbewerteten) Vertretern dieser Zunft recht gut singen, zeichnen sich als veritable Songwriter aus und präsentieren ihren Blues Rock relativ facettenreich und durchweg melodisch.
Der aus St. Louis stammende
Mike Zito war lange Zeit ein getriebener Mensch. Hoch talentiert, setzte er sich teilweise in seinem musikalischen Anspruchsdenken zu sehr unter Druck und stand sich dabei oft selbst im Weg. Die Flucht in Drogen tat, wie bei vielen Musikern, ihr Übriges dazu. Erst als ihn
Walter Trout nach einem Gig zur Seite nahm und ihm ordentlich den ‚Kopf wusch', trat die Kehrtwende zum Positiven ein.
Zito zog nach Texas, lernte seine Frau kennen. Es ging privat wie beruflich wieder bergauf. Der Titelsong seines starken
Pearl River-Albums von 2009 heimste den Titel ‚Song Of The Year' bei den Blues Music Awards ein. Bei
Samantha Fishs letzter CD
Runaway leitete er sogar die Produktion und sang mit ihr ein schönes Duett. Mittlerweile hat er mit "Greyhound" einen neuen eigenen Lonplayer am Start, der auch wieder durchweg überzeugt.
Viele Titel des Werkes haben im weitesten Sinne mit den diversen Formen von ‚Bewegung' (sei es auf dynamische oder auch statische Weise) zu tun, so dass die Vermutung eines autobiografischen Charakters angesichts
Zitos rastloser Vergangenheit nahe liegt.
Produziert hat der vielseitige Singer/Songwriter
Anders Osborne (u. a.
Tab Benoit), der in Zusammenarbeit mit Leuten wie
David Z (Mix),
David Farrell (Engineering) und
Ray Kennedy (Mastering) für einen schönen klaren, transparenten Sound gesorgt hat.
Stücke wie u. a. das eröffnende "Roll On" (schöner, recht monoton stampfender Rocker), der melodische Titeltrack "Greyhound" (mit einem Hauch von
Frankie Miller-Flair), das mahnende "Judgement Day" (
Mike 'predigt' hier herrlich grimmig im Stlie eines
John Lee Hooker, Co-Writer Nashville-Songwriter
Gary Nicholson!), das nach psychedelisch-
hendrixschem Vorbild gespielte "Show Me The Way" (mit teilweise hypnotisch wirkendem Refrain), "Motel Blues" (semiakustischer trauriger Country-Blues) oder der am Ende zum niederknieende Slow Blues "Please Please Please" bieten einmal mehr hochunterhaltsame, abwechslungsreiche Blues Rock-Kost, deren gemeinsamer Nenner an
Zitos vorzüglichem, sehr variabel dargebotenen Slidespiel auszumachen ist.