Atkins May Project / Anthology
Anthology Spielzeit: 78:04
Medium: CD
Label: Gonzo Multimedia, 2015
Stil: Heavy Metal

Review vom 11.05.2015


Jochen v. Arnim
Führt man sich den Begriff der Anthologie einmal richtig zu Gemüte, so kommt in der Übersetzung der nicht minder schöne Ausdruck der Blütenlese zutage. Übertragen bedeutet das natürlich eine Sammlung/Zusammenstellung schönster oder bester Stücke aus einem existierenden Bestand. Yep, so muss man das bei den Herren Atkins und May wohl auch verstehen - zumindest ist es eine Zusammenstellung.
Aber halt, haben die nicht erst einige wenige Scheiben auf dem Markt und hauen dann schon eine Compilation auf denselben? Nun ja, jedem Tierchen sein Pläsierchen - das Duo will es so. Dennoch kann es 'erst' auf drei Alben zurückblicken, Serpent's Kiss aus dem Jahre 2011,
Valley Of Shadows kam ein Jahr danach und erst im vergangenen Jahr lag mit
Empire Of Destruction das Drittwerk vor. Allesamt sehr respektable Veröffentlichungen, die erkennen lassen, dass die Herren ihre Sozialisation auf der härteren Seite der 'road to rock' durchgemacht haben. Für die vorliegende "Anthology" haben sie dennoch nicht ausschließlich die stampfenden NWoBHM-Hämmer ausgepackt - laut May fiel es ihnen außerordentlich schwer, eine passende Selektion durchzuführen.
Am Ende haben es dann aber trotzdem zehn Tracks aus den vorgenannten Alben auf unseren Silberling hier geschafft. Darunter sind auch richtige Kracher, die Bands wie Saxon (oder auch Priest natürlich) voll zur Ehre gereichen würden. Man höre sich dazu nur mal das ellenlange "Theatre Of Fools" an. Aber auch andere Stücke, wie das treibende "The Shallowing" könnte man gut bei einer der beiden eben angeführten Bands verorten
"Whisper To The Wind" ist, wie könnte es bei dem Titel auch anders sein, eine klassische (Power-)Ballade, die der Scheibe Druck und Tempo entführt. Äußerst passend jedoch, folgt nämlich direkt im Anschluss eine ebenfalls reduzierte Version von Phil Collins' "In The Air Tonight" - natürlich nicht so poppig wie das Original, aber dennoch keinesfalls Schwermetall. Ob das in dieser Form sein musste, wissen nur die Götter. Ansonsten lebt auch diese Zusammenstellung, wie schon die drei regulären Alben, in erster Linie von dem hervorragenden und äußerst gefühlvollen Gitarrenspiel Mays. Dass Atkins kein Halford ist, wissen wir hinlänglich - trotzdem ist seine Sangesleistung mit der ihr eigenen Stimmlage durchweg ansprechend.
Wie schon beim letzten regulären Output, haben die Macher von "Anthology" der CD eine Bonus-DVD beigefügt (ob es erneut lediglich für die ersten 1000 verkauften Exemplare gilt, entzieht sich in diesem Fall meiner Kenntnis). Darauf sind zu allerlei Stücken die entsprechenden Videos zu sehen und einige abschließende Interviews.
Wer nun kein ausgewiesener Sammler der Atkins-May'schen Produkte ist und dennoch die drei Vorgängeralben bereits besitzen sollte, für den ist das hier sicherlich kein Muss. Den beinharten Fans brauche ich eh nix zu diktieren, aber dem interessierten Metal- und Hard Rock-Liebhaber könnte "Anthology" einen umfassenden Überblick über deren Schaffen bieten, verknüpft die Scheibe doch unterschiedliche Härtegrade in der Ausprägung ihrer Musik über die vergangenen knapp fünf Jahre ihres Zusammenwirkens.
Line-up:
Al Atkins (vocals)
Paul May (guitar)
Tracklist:
01:Here Comes The Rain
02:Enslaved To Love
03:The Shallowing
04:Bitter Waters
05:World At War
06:Dream Maker
07:Valley Of Shadows
08:Harder They Fall
09:Theatre Of Fools
10:Whisper To The Wind
11:In The Air Tonight (bonus track)

Bonus DVD (music videos, interviews)
Externe Links: