Causa Sui / Euporie Tide
Euporie Tide Spielzeit: 64:43
Medium: CD
Label: El Paraiso Records (Cargo Records), 2013
Stil: Psychedelic Rock

Review vom 26.09.2013


Joachim 'Joe' Brookes
"Euporie Tide" ... innerhalb der fast fünfundsechzig Minuten ist hier tatsächlich alles im Fluss. Die dänische Band Causa Sui lotet das Genre des Psychedelic-, Jam-, Stoner- beziehungsweise Space Rock auf ihre ganz individuelle Art und Weise aus. Zwischen den ersten Tönen des abwechslungsreich rockenden "Homage" (der Track baut sich aus der Stille des Weltraums auf) und den finalen Klängen der Seelenmassage "Eternal Flow" ist auf der vorliegenden Platte verdammt viel los.
Causa Sui verstehen es auf mächtig überzeugende Weise, dem Hörer Sounds zu offenbaren, die andere Bands des Genres in dieser Form erst erfinden müssen. Selten bekommt man einen unmittelbaren Bezug zum infizierenden Treiben des Quartetts aus Dänemark. Da wird dem Fan warm ums Herz. Mit zwei Longtracks wird der Kult des Jammens auf einem ganz hohen Level präsentiert.
In den verbleibenden, im Vergleich dazu eher kompakten Tracks, öffnen die vier Musiker ein randvolles Fass an Fantasien. Die Ideenfabrik scheint unerschöpflich zu sein und die Gruppe versteht es meisterlich, sich von schwebenden Phasen zu rockenden Teilen zu bewegen. Dabei greifen die verschiedenen Auslagen geschmeidig, wie gut geschmierte Zahnräder ineinander. Echte Breaks sind eher die Seltenheit.
Bei vielen freien Gitarrenfahrten ist der Blues die Wurzel des Geschehens. Gigantisch gut ist der "Ju-Ju Blues" mit einer retro-aktiven Orgel, die auf gleicher Höhe mit den Sechssaitern für wunderschöne Klangteppiche sorgt. Aus einem verhaltenen Ambiente baut man eine sich immer weiter steigernde Stimmung auf. Es wird schließlich richtig furios. Toll geerdeter Blues Rock verbindet sich mit luftigen Keyboardpassagen, deren DNA von Hawkwind stammt.
Bei allen Nummern ist auch die Melodie ein Faktor der Freude. Selbst das relativ kurze, im All dahingleitende "Sota El Cel" hat seinen berechtigten Platz in der Tracklist. Wenn bei einer ganzen Platte von Dynamik die Rede ist, dann definitiv bei "Euporie Tide", einer Scheibe, die über die letzten drei Jahre entstanden ist. Jeder Track ist ein bereicherndes Puzzleteil eines umwerfenden Gesamteindrucks, mit dem Causa Sui unumstößlich zu den führenden Bands des Genres gehören.
Die Wah Wah-Klänge der Gitarre werden wohlbedacht platziert und diese Sounds, in Kombination mit einem nicht überstrapazierten Fuzz-Faktor sind ja immer ein Genuss der besonderen Art. Diese Musik hat einen zeitlosen Charakter. Die Gruppe überrascht auch durch eine Komposition, die durch den Einsatz einer akustischen Gitarre nur anscheinend etwas abseits der anderen Nummern zu stehen scheint. "Fichelscher Sun" ist eine Oase der Wellness, ohne Schlagzeug eingespielt. Im Einklang mit der E-Gitarre wird ein traumhaftes Fantasiebild gezeichnet.
Euporie ist der Name eines der kleinsten Monde des Jupiter und wurde nach einer der Horen der griechischen Mythologie bezeichnet. In Causa Suis Space-Abteilungen befinden sich die Musiker einerseits durchaus in der Nähe des größten Planeten des Sonnensystems. Anderseits versteht es die Gruppe, mit einem vortrefflich geerdeten Sound zu überzeugen.
"Euporie Tide" ist ein weiterer, hell leuchtender Stern in der Diskografie der Dänen. Sich zwischen Entspannung und Tour de Force verschiebend, ist dieses Album ein großes Ausrufezeichen des gekonnten Mischens von allen möglichen Ablegern des Psychedelic Rock. Causa Sui schraubt das Niveau auf eine obere Stufe. Die Begeisterung von Free Ride sowie Summer Sessions Vol. 1-3 hat eine Fortsetzung gefunden. "Euporie Tide" ist eine intensive Platte, die bedingungslos empfohlen wird.
Line-up:
Jakob Skøtt
Jonas Munk
Jess Kahr
Rasmus Rasmussen
Tracklist
01:Homage (10:08)
02:The Juice (6:06)
03:Echo Springs (5:06)
04:Boozehound (5:20)
05:Mireille (7:13)
06:Fichelscher Sun (2:15)
07:Ju-Ju Blues (6:35)
08:Sota El Cel (1:40)
09:Euporie (10:54)
10:Eternal Flow (9:26)
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