Chickencage Experience / KamaSutra BlackBelt
KamaSutra BlackBelt Spielzeit: 47:12
Medium: CD
Label: Nasomi Records, 2013
Stil: Psychedelic Rock (-Pop)

Review vom 26.03.2014


Steve Braun
Für ihr zweites Werk, bereits im vergangenen Jahr unter dem Titel "KamaSutra BlackBelt" erschienen, haben die beiden Sängerinnen H.M. Fishli und MichaeLa Flame gemeinsam mit ihren drei Polytoxicomanen Philharmonikern wieder einmal tief in den Topf mit den psychedelischen Rauschwaren gegriffen. Während sie diese bei der 'Eggsploration' noch zu ziemlich abgefahrenen 'Longtrips' durch erweiterte Bewusstseinsstufen inspirierten, verströmt die Chickencage Experience nun mit dem Nachfolger eine 'ganze Menge Liebe' - auch eine bewusstseinserweiternde Droge, zudem völlig frei von unerwünschten Nebenwirkungen...
"KamaSutra BlackBelt" stellt sich als völlig andere 'Baustelle' als der "Eggspoiltation Movie" dar. Hier lassen sich richtige Songstrukturen finden: mal länger, mal kürzer - mal rockiger (wie in "Shaken Not Stirred" oder dem "Hope-Song"), mal poppiger (wie in "Top Secret" oder dem 'Wiederhören' mit dem "Spacecop Goodbad" im Psychedelic verwurzelt - aber immer gut. Ach was, diese vier genannten, überaus kompakten Songs sind richtig klasse und besitzen obendrein durchaus Ohrwurmcharakter!
Aber auch die Longtracks, auf die hörerfreundliche Acht-Minuten-Marke getrimmt, haben es in sich. Mit "Thousand Miles" scheinen H.M. Fishli und MichaeLa Flame zu einer Reise einzuladen... durch endlos weite, grüne Ebenen, sanft treibende, dicke Stratocumuluswolken vor einem strahlend Himmel... warum muss ich gerade an unseren Finnlandurlaub vor Jahren denken???
Mein Top-Favorit ist das sehr prog-rockige "Werküken", dem mit "Shaken Not Stirred" quasi ein pop-rockiges Gegenstück folgt. "Still Flaky But Free" groovt - verstärkt vom 'Gebläse' des Apocryphal Special School Orchestra - richtig cool 'jazzkrautig', mit mehr als nur einem Touch Weltmusik. Das erinnert deutlich an die fast vergessenen jazzorientierten Krautrocker von Munju oder (die frühen) Embryo.
Noch etwas abgedrehter wird es mit dem ebenfalls jazzinspirierten 'Quickie' "An Ocean Full Of Gold" und dem ähnlich wie "Thousand Miles" ausufernden Psychedelic-Trip "Whitewash", der teilweise meditative Züge aufweist.
"KamaSutra BlackBelt" geht den mit "An Eggspoiltation Movie" eingeschlagenen Weg konsequent, beherzt ausschreitend (und für mich auch ein klein wenig überraschend) weiter: handlich-griffiger, kompakter, hochgradig frischer und vor allem - bei allem künstlerischen Anspruch - sehr viel eingängiger. Daumen hoch für die Chickencage Experience... so darf's sehr gerne weitergehen!
Line-up:
H. M. Fishli (vocals)
MichaeLa Flame (vocals)
Emir of Quaver (drums, percussion)
Wum (guitar)
Onkel (bass, keyboards, guitar)

Guests:
Anusch (vocals - #6)
Apocryphal Special School Orchestra (strings, brass)
Tracklist
01:Mayday Sister Mayday (4:39)
02:Top Secret (2:26)
03:Werküken (4:51)
04:Shaken Not Stirred (3:33)
05:Thousand Miles (7:57)
06:Still Flaky But Free (8:10)
07:Spacecop Goodbad (2:40)
08:Hope-Song (2:50)
09:An Ocean Full Of Gold (1:42)
10:Whitewash (8:24)
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