Oliver Monroe / Power To The Music
Power To The Music Spielzeit: 43:16
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2016
Stil: Hard Rock


Review vom 05.05.2016


Markus Kerren
Hierzulande schon lange kein Unbekannter mehr, stand Oliver Monroe zunächst lange Jahre mit seiner Band Meroe für kernigen Hardrock und coolen Sleaze der Marke Achtziger. Meroe sind zwar (nach den auch bei uns vorgestellten Alben Midnight Kisses sowie Sick Society) zur Zeit auf Eis gelegt, was den Frontmann und Sänger aber noch lange nicht von der Musik abbringen konnte. Und so legt er nun mit "Power To The Music" sein Solo-Debüt vor, für das ihm die ehemaligen Meroe-Mitglieder BC Sleaze (der sowohl die meisten Gitarren-Parts, als auch den Bass einspielte) und Tommy Wagner (Schlagzeug) zur Seite standen. Zusätzlich konnte er den Gitarristen Tracy G. (Ex-DIO) gewinnen, der immerhin auf der Hälfte der Tracks die Lead-Gitarre übernahm.
Die Vorgeschichte bzw. Vergangenheit der Protagonisten berücksichtigend, wird man dann auch bei den zehn neuen Songs genau das bekommen, was man erwartet hat. Coole Gitarrenriffs, starke Musiker und einen Soloartisten, der nicht nur über richtig gute Gesangsmelodien, sondern auch das gewisse Know-How verfügt, um einmal mehr qualitativ hochwertiges Material abzuliefern. Dabei hat man oft das Gefühl, dass die Scheibe nach und nach, sprich, Track für Track immer besser wird, sich immer mehr steigert.
Das erste Highlight der Platte ist das Stück "Wasted White Boy", das von einem fetten Gitarrenriff eröffnet wird, bevor der Rest der Band einsteigt. Wie schon beim Opener glänzt Tracy G. auch hier mit seinen starken Soli und Licks. Dieses Stück ist ein Stampfer vor dem Herrn, einer der Sorte, der für den nächsten Tag einen ordentlichen Muskelkater im Nackenbereich felsenfest verspricht. Sehr cool auch die Party-Mitsing-Nummer "Yeah Yeah", die mit einem super Groove gesegnet ist. Auch BC Sleaze erweist sich (nicht nur) hier als sehr starker Gitarrist, während Tommy Wagner unumstößlich den Takt vorgibt.
Klar hat man das alles - inklusive dem Titeltrack - schon mal so oder in ähnlicher Form gehört, was allerdings weder der Qualität der Scheibe, noch dem Hörspaß etwas nimmt. Außerdem zelebriert Monroe genau die Mucke, die er liebt - und das hört man. "Break The Law" ist das nächste feine Abgeh-Stück, für das auch Tracy G. wieder am Start ist. Gute Gesangsmelodien legen sich über mächtige Drums sowie spielfreudige, technisch starke Gitarrenläufe und der Titel ist eigentlich viel zu früh schon wieder zu Ende. Mit "Hey You" wird es dann etwas kuscheliger, etwas balladiöser, was Oliver Monroe aber ebenso wenig Probleme bereitet, wie die härteren Tracks.
Mit einem guten Batzen Funk geht es in "Don't Love Me", dessen einziger Makel zu sein scheint, dass hier neben Wagners Schlagzeug auch noch programmierte Drum-Spuren verwendet wurden. Aber okay, vielleicht sehe ich das auch zu eng. Bei "Motherfucker" gibt es dafür wieder so richtig auf die Glocke. Fette Riffs, kraftvoller, guter Gesang und viel Melodie, gepaart mit der Power der gesamten Band. Und schließlich ist da noch "You Make It", ein sehr geiler, melodiös rockender und geradezu perfekter Rausschmeißer aus diesen knapp 45 Minuten Musik.
Der Sound kann zwar nicht mit dem in einem Top-Studio aufgenommenen glänzen, kommt aber zum einen vom Herzen und ist zum zweiten dennoch alles andere als von schlechten Eltern. Oliver Monroe macht mit seinem ersten Solo-Werk "Power To The Music" genau da weiter, wo er mit (den zukünftig hoffentlich wieder zu belebenden) Meroe aufgehört hat. Klassischer, guter Hard Rock im Stil der achtziger und frühen neunziger Jahre. Wer darauf damals abgefahren ist, dem wird auch die vorliegende Scheibe runtergehen wie Öl. Und wenn wir schon bei Getränken sind: Mit einem Bierchen und/oder auf 'ner Party macht das Teil genau so viel Spaß!
Line-up:
Oliver Monroe (lead & background vocals)
BC Sleaze (lead- & rhythm guitars, bass)
Tracy G. (lead guitars - #1,2,5-7)
Tommy Wagner (drums)
Tracklist
01:Don't Waste Your Time
02:Wasted White Boy
03:Yeah Yeah
04:Power To The Music
05:Break The Law
06:They Keep Their Eyes On You
07:Motherfucker
08:Don't Love Me
09:Hey You
10:You Make It
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