Woher kommt mir der Name Phased bekannt vor?
Einerseits durch Marko Lehtinen, der im Sommer mit seiner Frau unter dem Bandnamen Ashtar eine tolle CD herausgebracht hat, wobei Phased deutlich länger existieren und mehr veröffentlicht haben. Für die Statistik(er) hier mal kurz die Titel der bisherigen Longplayer: "Schtomp... And Decadence" (2000), "Music For Gentlemen" (2003), Medications (2006), A Sort Of Spasmic Phlegm Induced by Leaden Fumes Of Pleasure (2009) und nun aktuell "Aeon".
Andererseits waren die Schweizer auf dem letzten Doom Shall Rise - womit sich die Frage nach der musikalischen Ausrichtung erübrigt haben dürfte…
Etwas konkreter betrachtet lassen sich Phased in die Psychedelic Doom-Ecke stecken (diese Spielart kommt mir in letzter Zeit etwas wieder vermehrt unter - was nichts Negatives heißen soll…) und unterscheiden sich damit doch etwas von Ashtar, die 'böser' und okkulter wirken. Gemeinsam mit diesen hat man jedoch, dass die Formation ursprünglich aus zwei Mitgliedern bestand, wobei hier Marco Lehtinen nur Schlagzeug spielt und Vokalist Chris Sigdell die Gitarre übernimmt. Daher ist ein zusätzlicher Bassist vonnöten: Auf der CD hat Michael Greilinger den Tieftöner eingespielt, mittlerweile hat Harald Binder den Posten übernommen.
Die Musik auf "Aeon" ist (erwartungsgemäß) roh und zäh, voller fieser Riffs und Verzerrung. Manchmal zudem spacig und schräg wabernd - mit Reminiszenzen an die 70er, ohne jedoch zu sehr auf den Retro-Zug aufzuspringen. Passend dazu ist die Stimme von Chris häufig ebenfalls rau, teilweise auch flüsternd/sprechend - insgesamt eher spärlich dosiert eingesetzt (was für diese Stilrichtung recht typisch ist). Oft hält er sich zurück und lässt lieber seine Gitarre dröhnen, schleppend und meistens abgrundtief. Und natürlich mit vielen schweren Riffs und teilweise schrägen Harmonien. Wobei es auch mal etwas zartere Momente gibt.
Doch dies sind nur kleine Auflockerungen in der vorherrschenden Soundwand, die sich scheinbar unendlich fortsetzt, wiederholend mit gewisser Monotonie, die dennoch dezente Variationen zulässt. Wirkt ein wenig, als würde man an einer endlos langen Mauer entlang gehen und sich dunkel-graue Steine betrachten.
Langweilig? In diesem Punkt (unter)scheiden sich Nicht-Doomer von Doomern. Diese finden es (wahrscheinlich) faszinierend, die Strukturen zu betrachten (bzw. anzuhören), und auch zur Abwechslung die Zwischenräume. Sie erwarten nichts Feines, Geschliffenes, sondern etwas Kantiges, dessen Gefüge gefühlt und entdeckt werden will, das in seinen ausufernden Formen reizvoll ist. Dabei ist es wohl Ansichtssache, ob man sich jene etwas kompakter wünscht oder nicht.
Das von Phased geschaffene (musikalische) Gebilde mit dem Namen "Aeon" sollte auf jeden Fall einiges an Interesse wecken können unter geneigten Fans. Ich persönlich finde allerdings Ashtars "Ilmasaari" etwas stärker, was jedoch kein Hinderungsgrund sein sollte, sich beide Scheiben zuzulegen. Gerade weil jede davon eine eigene Charakteristik hat, dadurch zwar Parallelen doch gleichzeitig Unterschiede aufweist, verschiedene überzeugende Wege der Umsetzung düsterer, schwerer Klänge darstellt.
Line-up:
Chris Sigdell (vocals, guitar)
Marko Lehtinen (drums)
Michael Greilinger (session bass)
| Tracklist |
01:Seed Of Misery (8:56)
02:Burning Paradigm (5:13)
03:Eternal Sleep (3:53)
04:Into Her Gravity Well (5:43)
05:(Return Of The) Son Of The Sun (6:47)
06:Etched (8:40)
07:The Atavistic (5:05) |
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