Mark Selby - Nine Pound Hammer Tour
30.03.2008, Rhede, New Orleans
Rocktimes Konzertbericht
Mark Selby
Rhede, New Orleans
Konzertbericht
Stil: Blues Rock


Artikel vom 04.04.2008


Joachim 'Joe' Brookes
Nachdem RockTimes über den Beginn der 'Nine Pound Hammer'-Tour in Rheinberg berichtete, war der 30.03.2008 bereits im privaten Kalender notiert und markiert.
Mark SelbyEin Sauwetter war es, nur Regen und kräftiger Wind. Trübe Aussichten, allerdings nur bezüglich der Witterung.
Eine dennoch entspannte Fahrt (bei guter Musik) zum New Orleans ließ die Stimmung ein wenig steigen.
Draußen war die Band schon zu hören: Der Soundcheck war angesagt und erste Besucher bekamen, nicht nur durch ein leckeres Bier, einen Vorgeschmack auf das bevorstehende Konzert.
Der Tour-Abschluss sollte auch durch ein Interview mit Mark Selby abgerundet werden, so dass mich der Tourmanager Hans Zabinski mit ins fußläufig zu erreichende Hotel, wo man eine ruhigere Atmosphäre erwarten durfte, einlud. Dem war auch so, allerdings wurde aus dem Interview nichts, denn die Zeit verrann einfach zu schnell.
Aufgehoben ist nicht aufgeschoben, denn nach dem Konzert war Selby so nett, das Interview via E-Mail zu machen. Also werden alle interessierten RockTimes-Leser in Kürze nicht nur über die Hintergründe zum neuen Album informiert werden. An dieser Stelle schon einmal ein herzliches Dankeschön an Mark.
Mark SelbyDer Gig vor drei Wochen war ja schon ein hervorragender, aber was an diesem Finaltag im Leans, so nennt man die Location liebevoll in Rhedenser Kreisen, abging, toppte den Auftritt im Schwarzen Adler nochmals.
Beim Essen herrschte schon ausgelassene Stimmung und auf der kleinen Bühne eröffnete Selby wieder alleine das Konzert.
Entweder man hat es, oder eben nicht.
Der Amerikaner gehört selbstredend in die erste Gruppe. Wenn es um rockenden Blues oder von mir aus auch bluesigen Rock geht, ist der Gitarrist und Sänger mittlerweile in die erste Liga aufgestiegen, denn seine Musik war einfach zupackend und hatte stets das gewisse Extra, mit dem er in jedem Konzert aufwartet.
In Rhede waren die Zuschauer noch schneller von seinen Liedern infiziert und war es da überraschend zu sehen, wie nicht wenige Gäste Zeile für Zeile mitsangen? Ein kompetentes Publikum hatte auch seinen Anteil daran, dass die Stimmung von Track zu Track stieg. Man steckte sich sozusagen gegenseitig an.
Da kamen natürlich Songs wie "Don't Throw That Mojo On Me" oder "Dangerous Game" gerade richtig sowie besonders gut an und fielen auf verteufelt fruchtbaren Boden.
Mark SelbySelbstverständlich komplettierten Bernd Renn (Bass) und Josef Kirschgen (Drums) die Band und nicht nur einmal lud Selby den Bassisten zu einem instrumentalen Smalltalk ein. Er gab den beiden deutschen Musikern genügend Freiräume, um sich voll zu entfalten. Irgendwann hielt es den Tiefton-Spieler auch nicht mehr in seinem Sakko. Die Musik sorgte auch auf diese Art für ein leckeres Klima und bestimmt konnten Heizkosten gespart werden.
Wie man auf selbstbewusste Art einen Coversong hinbekommt, verdeutlichte seine Version von Hound Dog Taylors "Give Me Back My Wig". Diesem dreckigen Slide-Blues verpasste der Protagonist, man glaubte es kaum, ein Rock'n'Roll-Outfit und landete damit einen weiteren Treffer bei den Anwesenden.
Tia SillersNach zirka 70 Minuten war Pause und nach wenigen Sekunden wurde der Merchendising-Stand schon belagert. Man hatte alle Hände voll zu tun, die Wünsche der Kunden zu befriedigen. Da zeigte Selbys bessere Hälfte, Tia Sillers große Kompetenz in Sachen Verkaufsberatung. Wen wunderte das, denn schließlich war sie ja auch, zumindest als Songwriterin vieler Lieder, bestens geeignet dafür.
Der Hinweis darauf, dass Mark die CDs nach dem Konzert signieren würde, war bereits vergessen, denn er schwang schon fleißig den Stift.
Einen neuen Eintrag in sein Notizbuch sollte der Musiker dann doch vornehmen, denn für die nächste Tour darf der Song "Desire" vom Album Dirt nicht in der Setlist fehlen.
Für ruhigere Momente im New Orleans wurde auch gesorgt und es war erfreulich, diese ohne Quatscher zu genießen.
Mark SelbyDa brauchte es nur wenige Riffs nach Renns Bass-Slide-Intro und "Nine Pound Hammer" schien die Decke des Clubs um ein Stockwerk höher zu hämmern. More Storms Comin' war ein weiterer solistischer Höhepunkt des Abends und die groovige Abteilung, z.B. mit "Sure Hope It Ain't No Train" war bestens dazu geeignet, das Tanzbein zu schwingen oder für die Schwof-Muffel zu klatschen.
Nach dem offiziellen Set-Ende überschüttete man das Trio mit Beifall und Zugabe-Rufen.
Die Musiker verließen erst gar nicht die Bühne und nahmen wieder ihren Arbeitsplatz ein. Mit zwei Liedern aus der Rubrik Slow-Songs endete eine herrliche Party. Für das sachkundige Publikum hatte man dann für die letzten Minuten eine weitere Überraschung parat: Jimi Hendrix' "Little Wing" war der finale Rausschmeißer.
Es lohnte sich allemal, für ein Mark Selby-Konzert Geld und Zeit zu investieren, denn für Unterhaltung aus der obersten Schublade wurde auch im New Orleans gesorgt. Live-Auftritte vom Amerikaner sind mit einem Qualitätssiegel versehen. Es wird hoffentlich nicht lange dauern, bis wir ihn wieder in Deutschland begrüßen dürfen.
Wir danken Hans Zabinski vom Bureau Of Blues für die Akkreditierung.
Line-up:
Mark Selby (guitar, vocals)
Bernd Renn (bass)
Josef Kirschgen (drums)
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