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Endlich!
Yellow Moon live und in bewegten Bildern.
Die 8-köpfige Band auf der Bühne des angesagten Hamburger Downtown Bluesclub, aufgenommen am 29.02.2008.
Beim Abgleich der Tracklists mit den letzten beiden Alben stellt man positiv fest, dass die Gruppe schon bei der Auswahl der Songs für die DVD-Setlist Fingerspitzengefühl an den Tag legte, denn es gibt kaum Überschneidungen zu Across The Border oder Moving On. Lediglich "Franky & Johnny", "Laissez Moi Tranquille" und der Stephen Stills-Song "Love The One You're With" hatten wir schon auf den beiden oben genannten Platten. Toll… zehn neue Songs ergeben eine beachtenswerte Restmenge, wobei die drei bekannten Track immer wieder hörenswert sind.
Weil wir schon bei den Fakten sind: Am Live-Sound gibt es nichts zu meckern. Ein Lob an Korbinian Fischer, der die Regler immer an den richtigen Positionen hatte.
Auch die drei Kameramänner Moritz Kleinhoff, Sebastian Joos sowie Christian Struck haben die Ereignisse auf der Bühne toll eingefangen und den Schnitt hat Struck klasse gemeistert.
Folglich steht dem Genuss des Konzerts in vollen Zügen nichts im Weg. Etwas über eine Stunde Roots Music der Extraklasse, um es direkt vorweg zu nehmen.
Mit großer Hingabe und Emotionalität geht der Achter ohne Steuermann zu Werke. Eines der Zentren des Konzerts ist sicherlich der Traditional "Franky & Johnny". Claus Diercks wäre bei einem Elvis-Lookalike-Wettbewerb ohne Chancen, aber seine gesangliche Einlage passt schon.
So ist man auch mit sehr guter Laune dabei, hat zwischen den Songs den gewünschten Kontakt zum Publikum und das spart wahrlich nicht mit Szenen-Applaus, ganz gleich für wen.
Toddi Böckmann wechselt von der elektrisch verstärkten Halbakustischen zur akustischen Gitarre, spielt diese oder die Dobro mit dem Bottleneck und erzeugt auch Lap Steel-Sounds.
Für die Lead Vocals wandert das Gesangsmikrofon hin und her oder man übernimmt verschiedene Parts innerhalb der Komposiotion. Günter Glatz: Wie könnte es anders sein, mit einem bunten Hemd als äußeres Markenzeichen und versierter Zupferei an der Mandoline, Ukulele und am Banjo als musikalische Trademarks.
Der Neue in der Rhythmus-Abteilung, Jörg Nau hat alle Hände voll mit dem Cajon und diversen anderen perkussiven Instrumenten zu tun.
Vor Barbara Grischeks Stimme gehe ich auf die Knie und Kai Dorenkamps Akkordeon-Spiel ist so herrlich. Der greift in "Evil Hearted Man" auch zur Gitarre und Diercks verzaubert uns mit der Blues-Harp. Hier übernimmt die Grischek die Lead Vocals. Da haben Kai Dorenkamp und die Sängerin einen ganz feinen 12-Takter zu Papier gebracht und gut ist es, dass der DVD-Player auch über eine Repeat-Taste verfügt.
Die Genre-Vielfalt von Yellow Moon findet keinen Platz auf einem Pizza-Teller. Die Band braucht eine ganze Palette, um die verschiedenen Stile unterzubringen.
Was der Böckmann in "The Liar" auf seiner Halbakustischen abfeiert, ist ganz große Kunst und Sören Böhme am Kontrabass ist der verlässliche Mann, allerdings eher im Hintergrund agierend, aber unverzichtbar.
In der Mitte des Gigs transportiert man mit dem "Winter Blues" zunächst eine herrlich getragene Stimmung in den Club und Böckmann zupft seine Akustische in einer spanisch anmutenden Variante. Dann nimmt der Track Fahrt auf und man feiert Party auf und vor der Bühne.
Richtig balladesk wird es, wenn Yellow Moon "Come To Stay" spielen. Ein wunderbarer Slow-Song vor dem Herrn und hier sieht man Dorenkamp sein Akkordeon nicht das erste Mal hingebungsvoll mit geschlossenen Augen spielen. Passend auch, wie die Gruppe am Ende des Tracks in blaues Scheinwerfer-Licht gehüllt wird.
Flotter geht es mit "Laissez Moi Tranquille" dem Ende des Gigs entgegen. Hier können sich Nau und Böhme solistisch in Szene setzen.
Ein echtes Schmankerl hat man sich dann bis ganz zum Schluss aufgehoben. Von Helmut Busch angeführt serviert man einen weiteren Traditional a cappella. Busch lässt es sich nicht nehmen, einige Text-Zeilen aus "Old Triangle" frei interpretiert zu übersetzen.
Empfehlenswert ist die im Menü separat aufzurufende sechsminütige Diashow, die sowohl in Farbbildern als auch Schwarz-Weiß-Aufnahmen Eindrücke vor und während des Konzerts bietet. Auch die Personen, die im Hintergrund agieren und man sonst nicht zu Gesicht bekommt, werden somit nicht nur im Abspann gewürdigt. Über das Menü kann man sich das gesamte Konzert ansehen oder einzelne Songs auswählen.
Yellow Moon ist mit "Like Fire" eine überaus empfehlenswerte DVD gelungen und ganz zum Schluss bleibt nur noch die Kaufempfehlung…
Line-up:
Barbara Grischek (vocals, percussion)
Kai Dorenkamp (vocals, accordeon, guitar)
Helmut Busch (vocals, guitar)
Claus Diercks (vocals, guitar, harp)
Günter Glatz (mandolin, banjos)
Jörg Nau (cajon, percussion)
Sören Böhme (vocals, upright bass)
Toddie Böckmann (guitar)
| Tracklist |
01:Good Things Will Come (4:05)
02:Long Distance Man (4:34)
03:Evil Hearted Man (5:58)
04:The Liar (4:22)
05:Like Fire (6:29)
06:Franky & Johnny (6:48)
07:Winter Blues (4:08)
08:Drifting (4:54)
09:Hard Times (4:21)
10:Come To Stay (6:22)
11:Laissez Moi Tranquille (3:32)
12:Love The One You're With (5:38)
13:Old Triangle (3:45)
Diashow
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Externe Links:
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